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Versuchter Anschlag am Hauptbahnhof
Bonner Bombe: Rechte Szene im Visier
Von wrm/ga/dpa
BONN. Gut einen Monat nach dem versuchten Sprengstoffanschlag von Bonn fehlt von den Bombenlegern weiter jede Spur. Die Bundesanwaltschaft sucht einem „Spiegel“-Bericht zufolge jetzt auch nach Spuren in die rechtsextreme Szene. Derweil gibt es Berichte, wonach die Bombe doch nicht zündfähig war - es fehlte demnach der Zünder.
Mitte Dezember war am Bonner Hauptbahnhof ein Sprengsatz entdeckt worden. Foto: dpa
Wer steckt hinter dem gescheiterten Bombenanschlag am Bonner Hauptbahnhof und wie lief die Tat tatsächlich ab? Offenbar gibt Zweifel am bisher dargestellten Szenario. Einem Medienbericht zufolge war die Bombe doch nicht zündfähig. "Die Bombe war nicht sprengfähig, weil ein Zünder fehlte", zitierte die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FAS) einen hohen Sicherheitsbeamten. Bisher waren die Ermittler davon ausgegangen, dass die Bombe gezündet, aber wegen eines Baufehlers nicht detoniert war. Die Bundesanwaltschaft lehnte Kommentare zu den aktuellen Ermittlungen ab.
Sie sucht einem „Spiegel“-Bericht zufolge jetzt aber auch nach Spuren in die rechtsextreme Szene. Sie habe das neue Abwehrzentrum gegen Rechtsextremismus eingeschaltet. Offiziell gehen die Ermittler bisher von einem Anschlagsversuch einer terroristischen Vereinigung radikal-islamistischer Prägung aus. Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte ebenfalls berichtet, die Täter könnten auch einen rechtsradikalen Hintergrund haben oder dem kriminellen Milieu entstammen.
Die Verdachtsmomente gegen zwei Bonner Islamisten haben sich laut „Spiegel“ nicht erhärtet. Ein Zeuge, der zunächst einen von ihnen am Bonner Hauptbahnhof gesehen haben will, sei sich nicht mehr sicher. Laut der Zeitung "Die Welt" wurden in der blauen Reisetasche mit dem Sprengsatz ein Haar – mutmaßlich vom Bombenleger – gefunden. Nach Informationen des „Spiegel“ könne nach einer DNA-Analyse das Haar aber nicht den beiden einstigen Tatverdächtigen aus der islamistischen Szene zugeordnet werden. Die FAS berichtet, die Bundesanwaltschaft werde die Ermittlungen mangels heißer Spuren bald an örtliche Behörden abgeben.
Die Bombe war am 10. Dezember in der blauen Sporttasche am Bahnsteig abgestellt worden. Die Bundesanwaltschaft geht von einem versuchten Sprengstoffanschlag einer terroristischen Vereinigung radikal-islamistischer Prägung aus und hatte deshalb die Ermittlungen übernommen. Gesucht wird unter anderem nach einem bärtigen Mann, der auf dem Video aus der McDonalds-Überwachungskamera zu sehen ist. Laut „Welt“ hält ihn eine 85-köpfige Sondereinheit des Bundeskriminalamtes (BKA) für den möglichen Bombenleger. Ein zweites Video vom Bahnhofsvorplatz zeigt dem Bericht zufolge denselben Mann.
Bundesanwaltschaft und BKA wollten sich zu den Berichten nicht äußern. Beim BKA hieß es, es gebe 586 Hinweise. Der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Jens Teschke, nannte es „bedauerlich“, dass knapp fünf Wochen nach dem Vorfall „immer noch“ in alle Richtungen ermittelt werde. Nach wie vor gebe es aber einen starken islamistischen Verdacht.
Weitere Informationen zum Bombenfund am Bonner Hauptbahnhof finden Sie im GA-Spezial.
Artikel vom 13.01.2013
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