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Bombenfund in Bonn
30 Polizisten verteilten 1500 Fahndungsplakate
Von Rita Klein
Bonn. Am Montagmittag am Bonner Hauptbahnhof: Neugierig beäugen die Passanten die vielen Polizeibeamten, die unter anderem auf Gleis 1 und am Bonner Loch stehen und Handzettel verteilen.
Am Montagmittag am Hauptbahnhof: Beamte sprechen mit den Reisenden. Sie fahnden nach dem Mann mit der blauen Tasche. Foto: Roland Kohls
Die meisten Bürger greifen zu und nicken beim Blick auf das Papier: Ja, sie wissen, um was es geht. Um den gescheiterten Bombenanschlag im Hauptbahnhof am 10. Dezember. Diese Handzettelaktion ist sieben Wochen nach der Tat ein weiterer Hilferuf der Behörden an die Bevölkerung mit der Bitte um Hinweise auf den mutmaßlichen Bombenleger.
Die Deutsche Bahn hat 50.000 Euro Belohnung ausgesetzt. Vergangene Woche hatte die Bundesanwaltschaft, die wegen des Verdachts eines versuchten Sprengstoffanschlags einer terroristischen Vereinigung radikal-islamistischer Prägung die Ermittlungen übernommen hat, zusammen mit dem Bundeskriminalamt (BKA) eine Fahndung gestartet und in öffentlichen Gebäuden die Plakate aufgehängt.
Plakate, die nun als Handzettel noch einmal direkt an die Bürger verteilt werden. Und zwar am selben Wochentag, zur selben Uhrzeit und genau dort, wo der gesuchte bärtige Mann mit der blauen Tasche, in der die Bombe lag, gesehen worden sein muss.
Rund 30 Beamte von Bonner Polizei und Bundespolizei sind an der Aktion beteiligt, wie BKA-Pressesprecher Markus Koths vor Ort erklärt. Auch am Gleis 1 im gehen die Polizisten mit den Fahndungszetteln auf die Bürger zu, denn hier wurde die blaue Tasche mit der Bombe abgestellt.
Aufnahmen gibt es allerdings nicht, da die auf Gleis 1 installierte Videoüberwachungskamera nicht in Betrieb war. Die nun von den Behörden veröffentlichten Bilder des gesuchten Mannes mit der blauen Tasche stammen aus der Überwachungskamera bei McDonalds und mutmaßlich aus einer Kamera der Stadtwerke im Bonner Loch.
Mit der Handzettel-Aktion wolle man die Suche vertiefen, sagt eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft, die aus Karlsruhe angereist ist. Ihre Begründung, warum es sieben Wochen dauerte, bis die Öffentlichkeitsfahndung gestartet wurde: Die Auswertung und Bearbeitung des Videomaterials habe so lange Zeit in Anspruch genommen.
Wie sie weiter erklärt, seien seit der Plakataktion in der vergangenen Woche weitere Hinweise eingegangen: "Aber zur Anzahl und zum Inhalt können wir aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben machen."
Nach zwei Stunden ist die Aktion in Bonn beendet. Nun hoffen die Ermittler auf sachdienliche Hinweise zu dem Verdächtigen, der zwischen 20 und 40 Jahre alt und 1,67 bis 1,72 Meter groß sein soll, unter der kostenlosen Rufnummer 0800-0130 110 des Bundeskriminalamtes. Außerdem nimmt auch jede andere Polizeidienststelle die Hinweise von Bürgern entgegen.
Weitere Informationen zum Bombenfund am Bonner Hauptbahnhof finden Sie im GA-Spezial.
Artikel vom 29.01.2013
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