Frühlingsfest der Ermekeilinitiave

Zwischen Paletten-Garten und "Schnibbel-Disco"

Gut festhalten: Schaukeln in der Hängematte mit Mundharmonika-Begleitung war vor allem bei den Kleinen der Renner.

BONN. Für die Ermekeilinitiative ist das Frühlingsfest eine Möglichkeit, seine Aktivitäten der Öffentlichkeit zu präsentieren. Mehr als 800 Besucher kamen am Samstag in die ehemalige Kaserne.

Mittlerweile wird dort nicht mehr nur gepflanzt: Im Repair-Café werden defekte Sachen wieder fit gemacht, sogar ein Konzept für die Aufnahme von Flüchtlingen erstellten die Ehrenamtlichen.

"Das mit den Flüchtlingen haben wir nun aber erst einmal zurückgestellt", sagt Kristian Golla von der Initiative. Man sei zunächst davon ausgegangen, dass man Flüchtlinge für längere Zeit betreuen und so in die Gesellschaft integrieren könne. Derzeit sei allerdings geplant, die Kaserne zu einem Erstaufnahmelager zu machen. "Und da bleiben die Menschen nur zwei bis vier Wochen, ehe sie auf andere Einrichtungen verteilt werden", so Golla.

Darauf könne man sich nicht vorbereiten, weil man nicht wisse, mit welchen Sorgen und Nöten die Flüchtlinge kämen. "Reist jemand mit einem Trauma an, sind wir damit überfordert. Professionelle Hilfe ist da besser", ist Golla überzeugt. Deswegen werden die Ehrenamtlichen nun abwarten, was auf sie zukommt.

Beim Fest war von dieser Unsicherheit nichts zu spüren. Eine nepalesische Studentengruppe der Uni Bonn verkaufte sogenannte "Momos", Teigtaschen aus Nepal. "Wir haben schon 1500 Euro eingenommen und sind ausverkauft", erklärte Shyam Pariyar. von der Initiative. Der Erlös kommt den Erdebenopfern der Region zugute. Wenige Meter weiter konnten die Besucher in der "Schnibbel-Disco" ihr eigenes Gemüse klein schneiden und in einem Wok braten lassen. Im Haus wurden Filme von "Bonn im Wandel" gezeigt.

Auf der grünen Wiese neben dem großen Paletten-Garten, der immer weiter wächst, sonnten sich die Gäste, wenn sie nicht gerade beim Yoga mitmachten oder sich von Hans-Joachim Schulze in der Hängematte schaukeln ließen. Dazu spielte er Lieder auf seiner Mundharmonika. Die wurde allerdings übertönt, sobald auf der Bühne die Bands "Les Bonnes Questions", "Klein-Antiquariat", "Blümchenknicker" und "Turbo Sapienowa".