Gebäudesanierung in Bonn

Zurich-Konzern erwägt Umzug

Die Gebäude des einstigen Deutschen Herolds und heutigen Zurich-Konzerns in der Südstadt sind sanierungsbedürftig.

BONN. Die Bürogebäude der Zurich-Versicherung (ehemals Deutscher Herold) in der Bonner Südstadt sind in die Jahre gekommen. Ob sie saniert werden, steht noch nicht fest.

Möglicherweise könnte der Schweizer Versicherungskonzern den Komplex seines Deutschlandsitzes zwischen Poppelsdorfer Allee, Heinrich-von-Kleist-Straße und Prinz-Albert-Straße ganz aufgeben und in einen Neubau umziehen. Doch es werden noch weitere Varianten geprüft, erfuhr der General-Anzeiger auf Nachfrage von Zurich-Pressesprecher Bernd O. Engelien.

Eine andere Option könnte auch die Zusammenlegung der Standorte Köln und Bonn sein. Insgesamt müsste dann eine neue Bleibe für rund 3500 Mitarbeiter gefunden werden. Gerüchte, wonach der Konzern bereits in Bonn und der Region Ausschau nach einem geeigneten Grundstück für einen Neubau halte, wollte Engelien nicht kommentieren. "Davon ist mir nichts bekannt", sagte er. Das Unternehmen sei in punkto Sanierung, Verkauf und Neubau überhaupt noch nicht festgelegt.

"Es geht uns jetzt erst einmal darum, eine Richtungsentscheidung zu treffen", sagte Engelien. Diese Entscheidung solle aber noch in diesem Jahr fallen. Dafür müssten zunächst sämtliche Optionen auf den Tisch. "Konkrete Pläne existieren noch nicht", versicherte der Pressesprecher.

Mitarbeiter, die sich an den General-Anzeiger gewandt haben, aber namentlich nicht genannt werden wollen, befürchten dagegen, dass bereits spruchreife Pläne vorliegen, nach denen das Unternehmen den Standort in der Südstadt definitiv aufgeben wolle. Der Betriebsrat war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Hintergrund für die aktuellen Überlegungen ist laut Engelien der schlechte Zustand des 1950 errichteten Altbaus entlang der Poppelsdorfer Allee und des Bonner Talwegs sowie der in den 1970er und 1980er Jahre hinzugekommenen Neubauten in dem Karree. "Es geht vor allem um die Frage der energetischen Sanierung, aber auch darum, dass die Büros längst nicht mehr den modernen Standards entsprechen", sagte Engelien.

Die Stadt Bonn wollte sich zu den Überlegungen um Sanierung oder eines möglichen Wegzugs des Konzerns, zu dem auch die Bonn-finanz AG sowie die Bonner Akademie in dem Ende der 1990er Jahre errichteten Neubau an der Rabinstraße gehören, nicht äußern. "Die Stadt ist mit Zurich in kontinuierlichem Kontakt über den Standort Bonn", hieß es lediglich von Stadtsprecherin Monika Hörig auf GA-Anfrage.

Franz Talbot von der Unteren Denkmalbehörde weiß bisher nichts von den Sanierungs- oder Umzugsüberlegungen des Versicherungskonzerns. Für ihn hat der im neoklassizistischen Monumentalstil errichtete Altbau allerdings den Wert eines Denkmals. "Wir überlegen seit Längerem, das Gebäude unter Denkmalschutz zu stellen", sagte der oberste Denkmalschützer Bonns. Doch bisher steht Talbot zufolge lediglich das ebenfalls zum Zurich-Areal gehörende spätklassizistische Gebäude, von den Mitarbeitern auch "Schlösschen" genannt, unter Denkmalschutz.