Zum Gedenken an ein Beueler Urgestein

Hans Steger war 28 Jahre lang Bürgermeister und fand immer den richtigen Ton.

Beuel-Zentrum. (ahk) Wer heute als Neu-Beueler auf der Rheinpromenade flaniert, kann mit dem Namen Hans Steger vielleicht nichts mehr anfangen. Den Alteingesessenen ist der letzte Bürgermeister der selbstständigen Stadt Beuel (bis zur kommunalen Neuordnung 1969, die er übrigens für eine "Schnapsidee" hielt) natürlich noch ein Begriff.

Viele erinnern sich an den bürgernahen, herzlichen und offenen Mann, der die kommunalpolitische Szene im Bonn der Nachkriegszeit maßgeblich mitgeprägt hat. So beschloss der Hauptausschuss 2003, die Promenade zwischen Kennedybrücke und Johannesstraße nach Hans Steger zu benennen.

Geboren wurde der engagierte Beueler 1922 in Vilich-Rheindorf. Schon in jungen Jahren begann Steger, zunächst als Mitglied der Deutschen Zentrumspartei, später als Vorsitzender der Beueler CDU, den demokratischen Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg mitzugestalten.

Von 1951 bis 1989 widmete der ehrenamtliche Kommunalpolitiker sich mit ganzer Kraft seiner Heimatstadt Beuel und dem Landkreis Bonn. Nach der kommunalen Neuordnung wurde er Bürgermeister der Stadt Bonn, deren Geschicke er 20 Jahre lang mit lenkte. Schwerpunkte seiner Arbeit waren Stadtplanung und im Wohnungsbau. Besonders wichtig war ihm außerdem die Aussöhnung mit dem französischen Nachbarn, die Städtepartnerschaft mit Mirecourt trägt seine Handschrift.

Steger engagierte sich in verschiedenen weiteren Gremien, und die Anerkennung seiner Arbeit blieb nicht aus. Er war Ehrenbürger von Beuel und Bonn, erhielt 1994 die Europamedaille für seinen Einsatz für die europäische Idee und bekam außerdem das Große Bundesverdienstkreuz durch den Bundespräsidenten überreicht.

Hans Steger starb einen Tag vor Weihnachten 1998. Auf dem Friedhof in Schwarzrheindorf fand er seine letzte Ruhestätte. Hans Lennarz, Protektor des Beueler Heimat- und Geschichtsvereins und langjähriger Freund und Weggefährte Stegers, erinnert sich gerne an ihn.

"Ich habe viel von ihm gelernt. Steger war eine rheinische Frohnatur. Er traf immer den richtigen Ton, sowohl gegenüber dem Mann auf der Straße als auch bei hochrangigen politischen Gästen im Bonner Rathaus." Eine weitere Eigenschaft habe ihn ausgezeichnet. "Er war ein Meister der freien Rede. Er konnte spontan reden, aber dabei immer informativ und sachlich fundiert."