Schülerruderclubs in Bonn

Zukunft von GRC und SRC steht in den Sternen

Abrudern auf dem Rhein: Für die Schülerclubs könnten das die letzten Fahrten gewesen sein. Die Boote werden jetzt auf unbestimmte Zeit im Viktoriabad eingelagert. FOTO: SCHMIDT

Abrudern auf dem Rhein: Für die Schülerclubs könnten das die letzten Fahrten gewesen sein. Die Boote werden jetzt auf unbestimmte Zeit im Viktoriabad eingelagert.

BONN. Zwei Schülerruderclubs stehen vor dem Aus. Und das nach 109-jähriger Tradition. Die Zukunft der Ruderer des Gymnasial-Ruder-Clubs (GRC) vom Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium (EMA) und des Schüler-Ruder-Clubs (SRC) vom Friedrich-Ebert-Gymnasium (FEG) steht in den Sternen.

Denn beim Abrudern am Freitag, der letzten Fahrt vor der Winterpause, haben sie trotz aller Anstrengungen noch keine neue Bleibe gefunden. Somit könnte dies das letzte Rudern der traditionsreichen Bonner Schülerclubs mit jeweils rund 70 Ruderern gewesen sein.

Die Stadt Bonn war es, die einst das frühere Bootshaus und das Gelände der Schülerclubs der beiden städtischen Gymnasien verkaufte und danach für die Schüler bei der Bonner Universität einen zehnjährigen Mietvertrag unterschrieb. Doch der lief Ende 2014 aus. Und damit begann die Suche der Jugendlichen nach einer neuen Unterkunft für ihre Ruderclubs. Sogar ein Neubau mit Unterstützung der Fördervereine wurde erwogen. Doch es fehlt bisher an einem passenden Baugrundstück in Rheinnähe.

In diesem Jahr konnten die Jugendlichen fünf Boote auf einem Bootsanhänger beim Bonner Ruder-Verein 1882 (BRV) aufstellen und ihr Training sowie ihre Ruderfahrten auf dem Rhein noch durchführen. Durch anstehende Renovierungsarbeiten am Bootshaus endet aber auch diese befristete Unterkunft, was der Verein sehr bedauert. Nach dem Abrudern werden die Boote nun zu dem anderen Material der Vereine in das leerstehende Viktoriabad gebracht. Dieses hatte das Sport- und Bäderamt den Ruderern schon für den letzten Winter als Lagerraum zur Verfügung gestellt. Mehr hat die Stadtverwaltung für die Jugendlichen bisher nicht erreicht.

Suche nach einer neuen Option

"Was nach dieser Saison kommt, wissen wir nicht. Vielleicht ist es auch das Ende unserer traditionellen Vereine", befürchtet SRC-Vorstand Johannes Rau. Dirk Bahrouz, stellvertretender FEG-Schulleiter, betonte, wie wichtig diese Ruderclubs für die Heranwachsenden sei: "Wo organisieren Gleichaltrige schon den Sommerurlaub oder planen die Wochenendausflüge?"

Hier, im Schülerruderclub, würden sie Eigenverantwortung übernehmen, sich selber organisieren. "Das ist das Besondere am Schülerruderverein", berichtete Konrad Winterhager vom GRC, "dass alles von Schülern organisiert wird."

Die Suche nach einer neuen Option werden Schüler und Schulen weiterhin engagiert verfolgen. Das Grundstück neben dem BRV liegt brach, gehört dem Land NRW, und die Stadt Bonn hat ein Vorkaufsrecht. "Das wäre optimal", meinte Dirk Bahrouz und ergänzte: "Am Beitrag der Ehemaligen und Förderer würde es nicht mangeln."