Mordkommission ermittelt

Zeugensuche nach Tötungsdelikt in Limperich

In diesem Haus in Limperich wurde ein 42-jähriger Mann tot aufgefunden.

In diesem Haus in Limperich wurde ein 42-jähriger Mann tot aufgefunden.

Bonn. Am Sonntagnachmittag ist ein 42-jähriger Mann tot in seiner Wohnung in Bonn-Limperich aufgefunden worden. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen von einem Tötungsdelikt aus, die Mordkommission ermittelt und sucht nach Zeugen.

Ein Tötungsdelikt in Limperich beschäftigt seit Sonntagnachmittag Polizei und Staatsanwaltschaft: Wie die Polizei mitteilte, wurde sie gegen 14.30 Uhr von Angehörigen eines 42-Jährigen alarmiert, sie hatten den Mann tot in seiner Wohnung am Talweg aufgefunden. Bei dem Opfer handelt es sich um einen 42-Jährigen aus Eritrea. Angesichts der vorgefundenen Situation gehen die Ermittler davon aus, dass er durch Fremdeinwirkung zu Tode kam. Eine Mordkommission unter Leitung von Kriminalhauptkommissar Norbert Lindhorst hat in enger Abstimmung mit Staatsanwalt Florian Gessler die Ermittlungen übernommen.

Am Donnerstag oder Freitag, so erinnern sich Zeugen vage, hätten sie Adil A. letztmalig lebend gesehen. Nach Informationen des General-Anzeigers war es die Mutter des Opfers, die in der Wohnung nach dem Rechten sehen wollte und ihren Sohn leblos auffand. Der 42-Jährige lebte allein in der Dachgeschosswohnung, deren Tür keinerlei Einbruchspuren oder andere Beschädigungen aufwies. Insofern erscheint ein Raubdelikt unwahrscheinlicher als die Möglichkeit, dass Opfer und Täter einander gekannt haben könnten.

Wie der 42-Jährige getötet wurde, gab die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekannt. „Da es sich um Täterwissen handelt, können wir dazu zum gegenwärtigen Zeitpunkt nichts sagen“, erklärte Polizeisprecher Robert Scholten auf entsprechende Nachfrage und fügte hinzu: „Wir gehen zurzeit allen Hinweisen nach und ermitteln mit Hochdruck, um den Täter zu finden.“ Unter anderem seien inzwischen bereits zahlreiche Zeugen, auch aus der Nachbarschaft befragt worden.

Es ist ein ruhiges Wohngebiet zwischen DB- und Stadtbahnschienen, in dem der Mann lebte. Stundenlang stand am Montag ein Mercedes Sprinter des polizeilichen Erkennungsdienstes vor dem Sechs-Parteien-Mietshaus, in dem der 42-Jährige eine Einzimmerwohnung gemietet hatte.

Nach GA-Informationen lebte der Afrikaner seit seiner Kindheit in Deutschland, in den 1980er Jahren war er mit seiner Familie aus Eritrea ausgewandert. In Deutschland wuchs er auf, machte den Realschulabschluss, hielt sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser und hatte bis zuletzt einen Job. Nach GA-Informationen wohnte er zuvor eine Weile in Poppelsdorf.

Sein Leichnam wurde obduziert. Zum vermutlichen Tatzeitpunkt machte die Polizei am Montag keine Angaben. Die Fahnder der Mordkommission fragen nun: Wer hat zwischen Donnerstagabend und Sonntagmittag im Talweg verdächtige Beobachtungen gemacht, die mit der Tat in Verbindung stehen könnten? Und: Wer weiß, mit wem sich der 42-Jährige im genannten Zeitraum verabredet oder getroffen hat? Um Hinweise bittet die Polizei unter (0228) 150.