Vandalismusschäden auf dem ehemaligen Schlachthofgelände

Zerstörungswut auf dem Schlachthof

BONN. Die Westwerk-Gruppe um den früheren R(h)einkultur-Chef Holger Jan Schmidt, die demnächst gut 10.000 Quadratmeter des Areals in Erbbaurecht von der Stadt erwerben und dort eine neue Veranstaltungshalle errichten will, beklagt eine ungenügende Absicherung des Geländes.

Zuletzt am Dienstagabend musste die Feuerwehr ausrücken und einen Brand im ehemaligen Verwaltungsgebäude des Schlachthofs löschen. Die Ursache für das Feuer ist bislang unklar. Die Liste der Schäden ist lang: So wurden die meisten der leerstehenden Gebäude inzwischen von Unbekannten regelrecht ausgeschlachtet.

Was nicht niet- und nagelfest war, wurde herausgebrochen. Unbrauchbare Materialien liegen überall verstreut auf dem Gelände herum. Wände sind aufgerissen und Scheiben eingeworfen. "Das ist doch kein tragbarer Zustand", sagte Schmidt, "deshalb erwarten wir, dass das Gelände entsprechend abgesichert wird".

Er geht davon aus, dass der Kaufvertrag mit der Stadt Bonn in Kürze unterschrieben werden kann. Anfang nächsten Jahres, so hofft er, könne mit der Umsetzung seiner Pläne begonnen werden.

"Dringender Handlungsbedarf"

Die Ratskoalition und auch die Linksfraktion haben den Vandalismus auf dem einstigen Schlachthofgelände am Donnerstagabend in der Ratssitzung zum Thema gemacht. Sie forderten die Verwaltung auf, umgehend Vorkehrungen gegen weiteren Vandalismus auf dem Gelände zu treffen.

"Es besteht dringender Handlungsbedarf, damit die Weiterentwicklung und Vermarktung des Areals nicht gefährdet wird", begründen die Politiker ihr Anliegen. Schließlich hätten die Initiatoren des Projekts seit Längerem darauf hingewiesen, dass das Gelände nur unzureichend gegen unbefugten Zutritt gesichert sei und es immense Schäden durch Vandalismus und Diebstahl gäbe.

Zuvor hatte Marc Hoffmann vom städtischen Presseamt auf GA-Anfrage erklärt: "Mit Aufgabe der Nutzung des ehemaligen Schlachthofgeländes wurde nach verwaltungsinterner Abstimmung festgelegt, lediglich das Gelände, nicht aber die Gebäude im Einzelnen gegen unbefugtes Betreten zu sichern.

Denn perspektivisch sollen alle Gebäude niedergelegt werden." Entsprechend sei der Rückbau der Versorgungsleitungen und abschließend eine Absperrung mittels Bauzaun erfolgt. Dieser werde regelmäßig instand gesetzt. "Außerdem erfolgen wöchentliche Kontrollen der Zaunanlagen."

Das Popzentrum

Auf einem Teil des ehemaligen, rund 28.600 Quadratmeter großen Schlachthofgeländes will die Westwerk-Investorengruppe ein sogenanntes Pop-Zentrum errichten. Dazu gehört eine Multifunktionshalle, in der bis zu 1600 Besucher Platz finden können.

Die Halle soll auch für Veranstaltungen wie Kabarett, Theater, Firmen- oder Karnevalevents genutzt werden. Zudem ist ein "Kompetenzzentrum für Veranstalter" geplant. Im Mai hatte der Rat dem Verkauf in Erbbaurecht an Westwerk zugestimmt.