Bücherei als Publikumsmagnet

Zentralbibliothek im Haus der Bildung hat nun geöffnet

Neugierig schaut sich eine Besucherin in den neuen Räumen der Stadtbibliothek im Haus der Bildung um, während andere bereits eifrig in den Büchern blättern. FOTO: HORST MÜLLER

Neugierig schaut sich eine Besucherin in den neuen Räumen der Stadtbibliothek im Haus der Bildung um, während andere bereits eifrig in den Büchern blättern.

BONN. Pünktlich um 9 Uhr öffnet am Mittwoch die städtische Zentralbibliothek erstmals ihre Türen im neuen Haus der Bildung am Mülheimer Platz.

Und das am 9.9. "Ein Datum, das uns sicher Glück bringen wird", ist Helga Albrecht überzeugt. Die kommissarische Leiterin steht höchstpersönlich am Eingang, um die Besucher zu begrüßen. Allerdings: Der große Ansturm bleibt zunächst aus.

Stefanie Kretschmar (41) gehört zu den ersten, die neugierig die neuen Bibliotheksräume erkunden. "Ich bin total überwältigt", sagte sie, "hier werde ich bestimmt Stammgast". Vor allem die Leseecke für die Jüngsten gefällt der Mutter von zwei kleinen Kindern gut. Begeistert ist auch Anita Mzee (49). Bisher hat sie sich ihre Bücher in der inzwischen geschlossenen Bibliothek in Graurheindorf ausgeliehen. Sie lobt die neue Technik für die Rückgabe der Medien, die wie ein Leergutautomat funktioniert. Andererseits befürchtet sie, dass der persönliche Kontakt zu den Mitarbeitern verloren geht. Irina Kosyrev (28) ist noch ein wenig unsicher angesichts der technischen Neuerungen. "Mal sehen, wie schnell ich mich damit zurechtfinden werde", sagt sie.

Damit alles von Anfang an reibungslos über die Bühne gehen kann, hat die Stadtbibliothek neben den 35 hauptamtlichen Mitarbeitern derzeit 15 Aushilfen im Einsatz. Dazu gehört Clemens Otto. Der 51-Jährige, der eigens für das Bibliothekswesen geschult wurde, wird in den kommenden Wochen den Leseratten bei der Bedienung der computergesteuerten Ausleihsysteme mit Rat und Tat zur Seite stehen. "Bei den meisten klappt es auf Anhieb", hat er nach kurzer Zeit beobachtet. Albrecht ist sicher: Die Stadtbibliothek wird ein Publikumsmagnet. Offen ist zurzeit, wer die Nachfolge der bisherigen Biblioheksleiterin Gabriele Belloff übernimmt. Belloff hat am 1. September die Leitung des Regionalen Bildungsbüros übernommen.

Die Kosten für das Haus der Bildung, in dem auch die Volkshochschule untergebracht ist, beziffert die Stadt Bonn aktuell auf 26,4 Millionen Euro. Wegen einiger Restarbeiten ist die Bibliothek zunächst mittwochs von 10 bis 20 Uhr, donnerstags und freitags von 10 bis 19 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Später wird auch dienstags von 10 bis 19 Uhr geöffnet sein.

Kostenloses WLAN

Das Haus der Bildung bietet demnächst für alle Besucher kostenloses WLAN an. Damit ist das Haus der Bildung das erste städtische Gebäude, in dem Besucher unbegrenzt im Internet surfen können (ausgenommen sind jugendgefährdende, gewaltverherrlichende Seiten u.ä.). Bisher wird WLAN lediglich für 30 Minuten kostenfrei in Kooperation mit der Telekom an 150 Orten in Bonn angeboten. Mehr Infos: www.bonn.de/@hotspots