Nach Klimakonferenz Cop23

Zeltstadt in der Rheinaue soll bis Weihnachten abgebaut sein

Bonn. Knapp einen Monat ist die Cop 23 her, in der Rheinaue sind die Spuren der Klimakonferenz allerdings noch zu sehen: Hier laufen die Abbauarbeiten der Zeltstadt.

Bis Ende Dezember sollen die Pavillons und Veranstaltungsräume komplett entfernt sein. Teile der Bonn-Zone stehen noch immer auf der Blumenwiese, und auch auf der Wiese hinter der Deutschen Welle lässt sich der Bereich der Bula-Zone noch gut erahnen. Sicherheitsbeamte kontrollieren die Zufahrten zu den beiden Arealen. Die Straße „Charles-de-Gaulle-Straße“ ist für Autofahrer und Fußgänger weiterhin gesperrt. Vereinzelt weisen Schilder den Weg zu den einzelnen Zugängen: „Gate J“ steht beispielsweise auf einem der großen Banner.

Zuständig für den Auf- und Abbau der Zeltstadt ist die Hamburger Firma Vagedes & Schmid. „Der Abbau läuft sehr gut, momentan sind wir sogar leicht vor unserem Zeitplan“, sagt Beate Frey-Stilz, Leiterin des Projektteams für die Cop 23 im Bundesumweltministerium. In den ersten Tagen nach der Konferenz waren rund 1500 Mitarbeiter auf den Baustellen. „Jetzt sind noch circa 300 bis 350 Personen im Einsatz“, so die Projektleiterin. Noch am Abend der Konferenz wurde die Einrichtung der einzelnen Länderpavillons abtransportiert, nach und nach das weitere Mobiliar und schließlich die einzelnen Zelte.

Regen- und Schneefälle hatten in den vergangenen Tagen die Abbauarbeiten erschwert. „Natürlich sind die Arbeiten auf der aufgeweichten Wiese mühsamer, als wenn diese fest und trocken wäre, aber darauf hatten wir uns eingestellt. Insofern läuft alles nach Plan“, erklärt Michael Vagedes, Geschäftsführer von Vagedes & Schmid.

Rasen kann ab März eingesäht werden

Das verbaute Material hat die Eventmanagementfirma zum Großteil gemietet. Die Einzelteile gehen zurück an die Lieferanten und sollen bei anderen Veranstaltungen wieder genutzt werden. Ein geringer Teil des Materials kann nicht wiederverwertet werden und wird fachgerecht entsorgt. Das neu verlegte Netz aus Strom- und Wasserleitungen verbleibt hingegen in der Wiese. „Nachdem das Zeltmaterial fertig zurückgebaut wurde, werden als letztes die Fahrstraßen abtransportiert“, so Frey-Stilz. Damit auch Lastwagen die schmalen Straßen der Rheinaue befahren können, wurden die Wege mit Matten verbreitert. Ab dem 20. Dezember sollen diese dann für Fußgänger und Radfahrer wieder freigegeben werden.

Die Blumenwiese bleibt hingegen so lange gesperrt, bis die Rasenfläche wiederhergestellt ist. Nach dem Abbau der Pavillons und Zelte kommen braune, rasenlose Stellen zum Vorschein. Im Anschluss an den Abbau sollen daher Maßnahmen zur Wiederherstellung der Wiese erfolgen. „Der Zeitplan der Renaturierung hängt natürlich stark von der Witterung ab. Im Januar soll idealerweise damit begonnen werden“, so Vagedes. Der Rasen kann erst bei wärmeren Temperaturen eingesät werden, voraussichtlich ab Mitte März. „Der Vertrag zwischen Stadt und BMUB sieht eine Wiederherstellung der Fläche bis zum 1. April 2018 vor“, sagt Stadtsprecherin Monika Hörig. Nach derzeitiger Planung soll die Wiese ab Mai wieder begehbar und damit auch für „Rhein in Flammen“ am ersten Maiwochenende nutzbar sein.

Mehr als 22.000 Teilnehmer aus 190 Nationen waren für die zwölftägige Konferenz in die Bundesstadt gereist. Neben Bundesumweltministerin Barbara Hendricks nahmen unter anderen Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, sowie die US-Politiker Al Gore und Arnold Schwarzenegger teil.