Was macht eigentlich...?

Wofür das Bundesinstitut für Berufsbildung in Bonn zuständig ist

Professor Dr. Friedrich Hubert Esser ist Präsident des Bundesinstituts für Berufliche Bildung in Bonn.

Professor Dr. Friedrich Hubert Esser ist Präsident des Bundesinstituts für Berufliche Bildung in Bonn.

Bonn. Das Bundesinstitut für Berufsbildung kam im Zuge des Regierungsumzugs vollständig aus Berlin an den Rhein. Aber was sind eigentlich seine Aufgaben?

Jeder Schulabgänger, der in eine duale Berufsausbildung strebt, hat mittelbar mit ihm zu tun. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) definiert zusammen mit Vertretern der Arbeitgeber und Gewerkschaften die Ausbildungsordnungen für aktuell 344 Berufsbilder in Deutschland. Als Forschungsinstitut des Bundes hat die Behörde am Hochkreuz aber auch die Zukunft im Blick. Welche Anforderungen werden Unternehmen künftig an ihre Beschäftigten stellen? Und wie lassen die sich jetzt schon darauf vorbereiten?

Was sind die Hauptaufgaben?

Institutspräsident Friedrich Hubert Esser nennt drei gleichwertige Bereiche: Das BIBB sammelt und hinterfragt für die Bundesregierung und andere Akteure alle wichtigen Daten zur Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt als Basis für politische Entscheidungen. Es gestaltet und definiert mit den Sozialpartnern die Berufsbilder in Deutschland und entwickelt sie fort. Und es setzt als Dienstleister bundespolitische Programme zur beruflichen Bildung um, indem es etwa Projektmittel von aktuell 210 Millionen Euro jährlich vergibt und die Ergebnisse evaluiert.

Warum und für wen ist diese Arbeit wichtig?

"Deutschland zählt wegen seiner hoch qualifizierten Fachkräfte in vielen Branchen weltweit zu den führenden Wirtschaftsnationen. Mit unseren Ausbildungsberufen, die wir gemeinsam mit den Sozialpartnern, Bund und Ländern entwickeln, sorgen wir seit unserer Gründung im Jahr 1970 dafür, dass das auch so bleibt.", erklärt Esser. Davon profitieren Unternehmen ebenso wie die künftigen Arbeitnehmer, die optimal auf ihre künftigen Aufgaben vorbereitet werden.

Wo liegen aktuelle Schwerpunkte?

Die höhere Anzahl Studierender im vergangenen Jahrzehnt hat bereits in etlichen Ausbildungsberufen zu Personalmangel geführt. Stark betroffen sind die Hotellerie, Bäcker oder Fleischer, aber auch elektrotechnische Berufe. Das BIBB sucht nach Wegen, die entsprechenden Berufsbilder attraktiver zu gestalten. Auch die Digitalisierung nimmt breiten Raum ein. Die Ausbildungsordnungen sollen so zukunftsoffen gestaltet werden, dass sie auch künftige Bedarfe abdecken. Die Integration Geflüchteter in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt, die internationale Vergleichbarkeit von Berufsbildern und die Durchlässigkeit zwischen Berufen sind weitere Schwerpunkte.

Warum sitzt die Institution in Bonn?

Das BIBB hatte anfangs nur eine Außenstelle in Friesdorf, seinen Sitz aber in Berlin. Mit dem Hauptstadtbeschluss kam das Institut vollständig an den Rhein, zunächst in den Langen Eugen, später dann in Räumlichkeiten des Bundesumweltministeriums am Hochkreuz.

Wie zufrieden ist man mit dem Standort?

Die Nähe zur EU-Kommission in Brüssel habe sich positiv ausgewirkt, meint der Instituts-Präsident. Auch mit der UN-Organisation UNEVOK für weltweite Berufsbildung arbeite man eng zusammen. Am Standort Bonn gebe es nichts zu beklagen, auch wenn Reisen nach Berlin dazugehörten.