GA-Leser sind gegen den Vorschlag der CDU

Wird ein Platz in Bonn nach Helmut Kohl benannt?

Bonn. Die CDU-Ratsfraktion hat den Vorschlag eingereicht, den ehemaligen Platz der Vereinten Nationen nach Altkanzler Helmut Kohl zu benennen. Was halten Sie davon? Stimmen Sie im Artikel ab.

Die Benennung einer Straße oder eines Platzes nach dem am 16. Juni verstorbenen Altbundeskanzler Helmut Kohl beschäftigt bereits viele Stadt- und Gemeinderäte in Deutschland.

Jetzt hat auch die Bonner CDU-Ratsfraktion den Antrag gestellt, den ehemaligen Platz der Vereinten Nationen in Höhe der Olaf-Palme-Allee in Helmut-Kohl-Platz umzubenennen. Der Antrag soll im Hauptausschuss im September auf die Tagesordnung kommen.

Sollte er eine Mehrheit finden, ist die Umbenennung allerdings erst im nächsten Juni möglich. „Gemäß Ratsbeschluss von 1986 kann die Benennung einer Straße oder eines Platzes nach Persönlichkeiten frühestens nach Ablauf eines Jahres nach deren Todestag vorgenommen werden“, erklärte Markus Schmitz vom städtischen Presseamt auf GA-Nachfrage.

Und weil damit eine Abweichung von der Straßenbenennungsliste erfolgt, hat nicht wie sonst die Bezirksvertretung, sondern der Hauptausschuss die Beschlusskompetenz. Kohl war von 1982 bis 1998 der sechste Bundeskanzler der Bundesrepublik und war bisher der Kanzler mit der längsten Amtszeit.

Nach seinen Vorgängern Konrad Adenauer, Ludwig Erhard, Kurt-Georg Kiesinger und Willy Brandt sind bereits in Bonn Straßen benannt – allesamt Alleen entlang der B 9 und im Bereich des ehemaligen Regierungsviertels. Nach dem im November 2015 verstorbenen Altkanzler Helmut Schmidt ist inzwischen der Platz an der B 9 zwischen Marie-Kahle-Allee und Franz-Josef-Strauß-Allee (Trajektkreisel) benannt worden.

Nun soll auch Kohl auf diese Weise gewürdigt werden: „Mit ihm hat Deutschland eine seiner herausragenden Persönlichkeiten der Nachkriegszeit verloren“, schreibt die Fraktion über ihren früheren Bundesparteivorsitzenden. Der Altkanzler habe nach dem Zusammenbruch der ehemaligen DDR die Wiedervereinigung Deutschlands entscheidend vorangetrieben und sei ein überzeugter Europäer gewesen. Kohl hatte sich einst auch dafür starkgemacht, dass Berlin wieder Hauptstadt der Bundesrepublik wird. 1992 erhielt er die Ehrenbürgerwürde Berlins, 1998 die Ehrenbürgerwürde Europas.

In einer nicht repräsentativen Online-Umfrage des General-Anzeigers sprach sich bis Mittwochabend, 21.00 Uhr, eine Mehrheit gegen eine Straßenbenennung nach Kohl aus. 740 gaben ihre Stimme ab, 437 waren dagegen, 303 dafür. Auch auf Facebook diskutierten die Bürger über die Frage, welche Straße nach dem Pfälzer Politiker benannt werden sollte. Ein Bürger schlug dafür den Bonner Marktplatz vor.