Künftige Nutzung des Zurich-Areals

Wird der einstige Herold-Bau ein Denkmal?

Den Gebäudekomplex an der Ecke Poppelsdorfer Allee/Bonner Talweg sollen Denkmalschützer untersuchen.

Den Gebäudekomplex an der Ecke Poppelsdorfer Allee/Bonner Talweg sollen Denkmalschützer untersuchen.

BONN. In drei Jahren will die Zurich-Versicherung ihre Zelte in Bonn abbrechen und mit den rund 1500 Mitarbeitern in einen Neubau nach Köln ziehen. Seinen Stammsitz in der Südstadt mit dem markanten, Anfang der 1950er Jahre im klassizistischen Stil errichteten Gebäude des Zurich-Vorgängers Deutscher Herold und das später hinzugekommene Gebäude an der Rabinstraße will der Konzern verkaufen.

Schon jetzt machen sich Politik und Verwaltung Gedanken, was dann aus dem bisherigen Bürostandort zwischen Bonner Talweg, Poppelsdorfer Allee, Prinz-Albert-Straße und Heinrich-von-Kleist-Straße werden soll. Dabei soll auch der Denkmalschutz ein Wörtchen mitreden.

Bisher steht nur das sogenannte Schlösschen unter Denkmalschutz, eine Villa, die zwischen dem übrigen Teil des Zurich-Bürokomplexes in der Südstadt wie ein Exot wirkt. Ob die Denkmalbehörde demnächst auch den 1950er-Jahre-Bau unter Denkmalschutz stellen wird, ist laut Michael Isselmann, Leiter des städtischen Planungsamtes, noch offen. Für den Planungsausschuss im März hat sein Amt jetzt eine Vorlage erarbeitet, nach der für das Areal ein Bebauungsplan aufgestellt werden soll, der auch in Zukunft eine Wohn- wie auch Büronutzung festsetzen soll. Im jüngsten Planungsausschuss hatte der Bürger Bund Bonn (BBB) den Antrag gestellt, die Stadt solle die Denkmalwürdigkeit des 1950er-Jahre-Baus prüfen. Schließlich haben aus Sicht der BBB-Fraktion die Gebäude "das Ortsbild der schönsten Allee Bonns nachhaltig mitgeprägt", erklärte Ratsherr Marcel Schmitt.

Joachim Decker (FDP), von Hause aus Architekt, weiß dagegen jetzt schon: "Da gibt es nichts Denkmalschutzwertes bei diesem Gebäude." Wenn man diesen Komplex unter Schutz stellen würde, verspiele man alle Chancen einer sinnvollen Nutzung des Areals in erstklassiger Innenstadtlage, warnte er. Auch Henriette Reinsberg (CDU) sieht die Frage des Denkmalschutzes mit Blick auf potenzielle Investoren und die künftige Nutzung des Areals eher skeptisch. Nichtsdestotrotz müsse eine mögliche Neubebauung ans Erscheinungsbild der Südstadt angepasst werden, sagte sie.

Über ihre konkreten Verkaufspläne war gestern von der Zurich-Versicherung nichts zu erfahren. Nur soviel: "Uns ist es wichtig, dass unsere bislang genutzten Immobilien auch künftig Nutzungen zugeführt werden, die im Einklang mit den Entwicklungsvorhaben der Stadt Bonn stehen", sagte Zurich-Sprecher Bernd Engelien.