Halbfinale in Endenich

Wilde Achterbahnfahrt bei Toys2Masters-Wettbewerb

Pascal Schröer, Sänger bei der Andernacher Band „Talk about Tomorrow“ beim Aufritt im Brückenforum.

Pascal Schröer, Sänger bei der Andernacher Band „Talk about Tomorrow“ beim Aufritt im Brückenforum.

Bonn. Auch in diesem Jahr hat das Halbfinale des Nachwuchsbandwettbewerbs Toys2Masters, das an zwei aufeinanderfolgenden Tagen in Endenich stattfindet, für enormen Andrang gesorgt.

Familien und Freunde der Musiker sind in Scharen gekommen, aber auch einige, die einfach nur gute Musik von aufstrebenden Künstlern hören wollen.

Nicht umsonst hat Toys2Masters längst einen Ruf, der weit über die Region hinaus reicht – selbst aus Belgien und den Niederlanden sind Anmeldungen gekommen. Und die Messlatte liegt hoch. „Gerade in den vergangenen drei Jahren haben einige unglaublich starke Bands an dem Wettbewerb teilgenommen“, sagt Juror Andreas „Doc“ Wiedenhoff, Gründer des Event- und Mediendienstleisters Event-Klinik. „Ich bin jetzt seit etwa sechs oder sieben Jahren dabei und bin jedes Mal aufs Neue begeistert.“

Ein Dutzend Bands kämpft an den beiden Abenden um den Einzug ins Finale, nur die Hälfte wird es schaffen. Die besten sechs aus insgesamt 85. Ein hartes Rennen, zumal die stilistische Vielfalt ebenso bemerkenswert ist wie das Niveau. „Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wer es in die Endrunde schafft“, gesteht Organisator Cyrus Valentine beim ersten Halbfinale am Donnerstagabend in der Harmonie Bonn, Frongasse 28-30. „Jede der Bands hätte es verdient. Alle haben unglaublich an sich gearbeitet und sich in den Workshops und durch die Auftritte weiterentwickelt. Das ist für uns auch immer wieder der Ansporn, Toys2Masters zu machen“, sagt Valentine.

Zum Bandleben gehört mehr dazu, als nur zu rocken. Das merkt auch „Talk about Tomorrow“ aus Andernach: Ausgerechnet bei ihrem Auftritt fallen immer wieder die Gitarren aus. Doch das Quartett erweist sich als cool, verzichtet eben auf das Instrument und versucht, die Situation so gut es geht zu meistern. Genau das ist Professionalität.

Musikalisch erweist sich Toys2Masters einmal mehr als wilde Achterbahnfahrt. Mal wird deftig gerockt, dann wieder darf die Hip-Hop-Fraktion die Menge aufwühlen. Auch die Bonner Indie-Folk-Pop-Band Trust in Harmony gibt Vollgas und zeigt sich hinterher euphorisiert. „Das war ein unglaublich cooler Auftritt“, sagt Sängerin Marie Wellnitz. „Das Publikum ist wunderbar mitgegangen und hat am Ende sogar noch eine Zugabe gefordert.

Diese Energie hatten wir echt nicht erwartet.“ Gerade für sie sei es schon etwas Besonderes, wirft ihr Band-Kollege Heiko Sengbusch ein. „Wir haben uns erst im Januar gegründet. Für uns ist der Wettbewerb einfach Gold wert. Wir haben unglaublich viel gelernt, sind selbstsicherer und abgeklärter geworden und haben vor allem so viele tolle Leute kennengelernt, so viele großartige Bands und Helfer. Natürlich hoffen wir aufs Finale, aber eigentlich haben wir schon jetzt gewonnen.“

Am Ende hat es trotz starker Auftritte weder für Talk about Tomorrow noch für Trust in Harmony gereicht. Im Finale von Toys2Masters 2017 stehen nun BkN, Attic, die Metalcore-Band Systematic Disruption, The Ride aus Maastricht, das Bonner Indie-Rock-Quintett Elia und die Elektro-Hip-Hop-Formation Spiegelbild. Am 9. Dezember fällt im Brückenforum dann die Entscheidung, wer den Titel für sich beanspruchen darf.