Nach Weltklimakonferenz Cop 23

Wiese in Bonner Rheinaue bekommt neuen Rasen

Jede Rolle Rasen wiegt 20 Kilogramm und deckt einen Quadratmeter ab. 59 000 Quadratmeter werden bis Ende April verlegt.

Jede Rolle Rasen wiegt 20 Kilogramm und deckt einen Quadratmeter ab. 59 000 Quadratmeter werden bis Ende April verlegt.

Bonn. Nach der Weltklimakonferenz ist nicht viel von der Wiese in der Rheinaue übrig geblieben. Bis Ende April verlegt ein Gartenbaubetrieb nun 59.000 Quadratmeter Rollrasen.

Für den Gartenbaubetrieb Gräfe in Mehlem ist es eine Mammutaufgabe: 59.000 Quadratmeter Rollrasen verlegen die 14 Mitarbeiter von Juniorchef Hans Gräfe auf der Blumenwiese in der Rheinaue. Als Gräfe den niederländischen Zulieferer des Rasens anrief, staunte man in dem Ort zwischen Venlo und Roermond nicht schlecht ob der umfangreichen Bestellung. „Bis 10.000 Quadratmeter ist für die schon eine Großbestellung, wir haben fast das Sechsfache haben wollen“, erklärt Gräfe.

Wo sich im November die großen Messebauten für die 117 Millionen Euro teure Weltklimakonferenz Cop 23 erstreckten, blieb nach dem Abbau nicht viel von der Wiese übrig. Bis Ende April wird sich das nun ändern. Zumindest wenn das Wetter den Gartenbauern keinen Strich durch die Rechnung macht. An stark regnerischen Tagen wie dem Dienstag pausieren sie, weil der Rasen, der der Qualität von Sportrasen entspricht, auf weitgehend trockenem Grund verlegt werden muss.

An sonnigen Tage, mehr als zehn Grad plus sind laut Gräfe „optimal“, schaffen seine Mitarbeiter bis zu 3200 Quadratmeter Fläche (60 Tonnen Rasen pro Tag). Jede Rolle wiegt 20 Kilogramm und deckt einen Quadratmeter ab. Nach zwei Wochen ist der Rasen festgewachsen.

Die Tagesmenge wird morgens zwischen vier und fünf Uhr in den Niederlanden frisch „geschält“, so der Fachbegriff, und erreicht den Zielort in der Rheinaue gegen 8 Uhr. „Der Rasen muss spätestens nach zwei Tagen verlegt sein“, sagt Gräfe. Eine bisschen bange ist er vor diesem Wochenende, weil Frost angesagt ist. Wenn der Bodenfrost länger anhält, können seine Mitarbeiter den Rasen nicht verlegen.

Rhein in Flammen steht bevor

Wobei ihnen der Frost aus den vergangenen Wochen eine Arbeitserleichterung beschert hat. „Wir mussten die Flächen aufarbeiten und planieren. Dafür ist der Frost sehr nützlich“, erläutert Gräfe. Der zeitliche Druck entsteht durch Rhein in Flammen. Zum Großevent am 5. Mai erwartet die Stadt Tausende Besucher in der Rheinaue. Bis dahin soll die Blumenwiese wieder betretbar sein. So lautet die Verabredung der Stadt mit dem Bundesumweltministerium, das die Weltklimakonferenz ausgetragen hat und auch die Kosten für die Wiederherstellung der Rheinaue übernimmt.

 

„Wir haben die umweltfreundlichste Konferenz aller Zeiten versprochen und dazu gehört auch, dass die Rheinaue wieder in altem Glanz erstrahlt“, verdeutlicht Franz Emde aus dem Bundesumweltministerium. Auch die von Zelten belegten Flächen hinter dem WCCB-Kongresszentrum nahe dem Rheinufer sowie die Fläche, auf der die Weltkugel stand, werden neu belegt. Diese Aufträge sind aber noch nicht vergeben und nicht so dringlich wie die Blumenwiese zu Rhein in Flammen.

Aus Sicht der Stadt läuft alles nach Plan. „Wir gehen davon aus, dass die Begrünung zeitgerecht erfolgen und die Veranstaltungsfläche rechtzeitig zur Eröffnung der Freiluftsaison nutzbar sein wird“, sagt Vize-Stadtsprecher Marc Hoffmann. Die Blumenbeete würden Mitarbeiter des Amts für Stadtgrün voraussichtlich Mitte Mai mit Sommerblumen bepflanzen.