Von der Bundesgartenschau 1979 bis heute

Wie vor 40 Jahren die Bonner Rheinaue entstand

Tausende Besucher kamen 1979 zur Bundesgartenschau in die Rheinaue. Die riesigen Blumenbeete waren ein Hingucker.

Tausende Besucher kamen 1979 zur Bundesgartenschau in die Rheinaue. Die riesigen Blumenbeete waren ein Hingucker.

BONN. Die Bonner Rheinaue schrieb schon Geschichte – mit Friedensdemos und drei Jahrzehnten R(h)einkultur. Die Rheinaue als Volkspark für Bonner Bürgerinnen und Bürger besteht seit nunmehr vier Jahrzehnten.

Manche Dinge nimmt man hin, weil sie immer schon da waren. Zumindest scheint es so. Die Rheinaue als Volkspark für Bonner Bürgerinnen und Bürger besteht seit nunmehr vier Jahrzehnten, und es mag den meisten – ältere Generationen ausgenommen – unvorstellbar vorkommen, dass vor dem umfassenden Umbau mit Hügellandschaften in den 70er Jahren die Gronau ein plattes Stück Land war. Die Sportanlage lag noch am Fuße des Langen Eugens, dort wo heute die Deutsche Welle im Schürmann-Bau ihren Aufgaben nachgeht.

Das von den Rheinauen-Architekten Gottfried und Anton Hansjakob zusammengestellte Buch „Die Rheinaue in Bonn“ aus dem Jahr 2014 zeigt Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus dieser Zeit. Auch einem Foto, das die Verantwortlichen bei der Unterschrift unter den Vertrag zur Austragung der Bundesgartenschau zeigt, haftet diese Patina der Grautöne an. Beim Durchblättern der Seiten kommt es einem so vor, als sei mit der Begrünung und Bepflanzung rechts und links des Rheins die Farbfotografie entstanden.

Skulpturen und Kaskaden

Die eigentliche Erfindung war zwar zu diesem Zeitpunkt längst gemacht, aber colorierte Aufnahmen wurden deutlich günstiger. Die Deutsche Bundesgartenschau Gesellschaft verfügt deshalb ebenso wie die Stadt über reichhaltiges Bildmaterial, das die Blumen in all ihrer bunten Pracht zeigt, die für die Zeit typischen Topfschnitte der Kinder, das Logo der Bonner Bundesgartenschau mit zwei Blumendamen, eine Bühne am Bötchensee und die großen Hallenaufbauten, die am Rande des Buga-Geländes vorübergehend entstanden, um den späteren Rückbau zum Bürgerpark zu erleichtern.

Damit begann im Grunde erst die eigene Bonner Geschichte der Rheinaue. Die Anlage mit dem Blinden- und Japanischen Garten, seinen Skulpturen und den Kaskaden wurde zum Erholungsraum für Spaziergänger, Radfahrer, Sportler und Griller. 1982 fand eine der größten deutschen Friedensdemonstrationen im rechtsrheinischen Teil statt. Ein Jahr später begann über einen Zeitraum von fast drei Jahrzehnten das kostenlose Open-Air-Festival R(h)einkultur im Herzen des Parks Fuß zu fassen. Hunderttausende von Besuchern zog das Musikfest über all die Jahre hinweg nach Bonn, bis die Veranstalter im Jahr 2011 das Einstellen der R(h)einkultur aus Kostengründen bekanntgaben.

Schlagerfestival „Bonn olé“

Großveranstaltungen sind neben den Besucherströmen, die zu den Heimspielen des Baseball-Vereins Bonn Capitals regelmäßig in die Rheinaue strömen, immer ein Teil der Historie gewesen. Bei schönem Wetter werden sich auch in diesem Jahr am ersten Maiwoche wieder viele Menschen auf den Hügeln niederlassen, um das Feuerwerk zu Rhein in Flammen anzuschauen.

Der Rheinauen-Pächter Dirk Dötsch übernimmt die Wacht über die Veranstaltungen auf den Wiesen. Die Bonner Bierbörse ist seit Jahren regelmäßig zu Gast, der ab dem Frühjahr einmal im Monat stattfindende Flohmarkt ist ebenfalls gesetzt. Das Schlagerfestival „Bonn olé“ hat deutlich weniger Jahre auf dem Buckel als diese Veranstaltungen, lockte aber zuletzt Zehntausende Besucher in die Rheinauen. Viel spricht dafür, dass der Park im Anschluss an die Bundesgartenschau zu dem geworden ist, wofür er geschaffen wurde: Ein Freizeittummelplatz für das Volk.