Vorschläge ans Bundesumweltministerium

Wie die Stadt für bessere Luft in Bonn sorgen will

Eine bessere Anbindung des Venusbergs und des Uniklinikums durch eine Taktverdichtung der Buslinien 601 und 602 wird es nicht geben.

Für Busse schlägt die Stadt ein Klimaticket vor.

BONN. Wie kann die Luftqualität in Bonn verbessert werden? Die Stadt hat dafür nun Vorschläge an das Bundesumweltministerium übermittelt. Die Bundesregierung prüft die Maßnahmen und finanziert sie unter Umständen.

Die Stadt hat dem Bundesumweltministerium ihre Vorschläge übermittelt, um in den kommenden Jahren für bessere Luft zu sorgen. Als eine von fünf Modellstädten („Lead-Cities“) will die Bundesregierung die Maßnahmen für Bonn prüfen und finanzieren, sofern sie aus Sicht des Ministeriums Aussicht auf Erfolg haben. Die Stadt Bonn hat ihre Ideen in kurz-, mittel- und langfristig umsetzbare Maßnahmen unterteilt und am Donnerstag dem Ministerium übermittelt.

Aus Sicht von Oberbürgermeister Ashok Sridharan sei eine bessere Luftqualität nur durch „ein umfassendes und ambitioniertes Maßnahmenpaket zu erreichen“. Wichtiger Punkt sei die Verlagerung des motorisierten Verkehrs auf den öffentlichen Nahverkehr sowie das Rad. Der kostenlose Nahverkehr, den Teile der alten Bundesregierung kürzlich ins Gespräch gebracht hatten, ist nicht unter den Vorschlägen.

Allerdings schlägt die Verwaltung ein Klimaticket für Busse und Bahnen vor, das – ähnlich wie es in der Stadt Wien gemacht wird – 365 Euro im Jahr, also ein Euro am Tag kosten würde und ein günstiges Regionalticket für Nah- und Fernverkehr in der Region. In den kommenden zwei Jahren könnten auch Taktverdichtungen auf den wichtigsten Stadt- und Straßenbahnlinien umgesetzt werden. Eine Ausweitung des betrieblichen Mobilitätsmanagements in Zusammenarbeit mit Arbeitgebern ist ebenso aufgeführt.

Zudem müsse es eine App geben, die Überblick über sämtliche Mobilitätsangebote gibt. Radschnellwege und die Radpendlerroute sind ebenfalls als schnell umsetzbare Projekte innerhalb der nächsten zwei Jahren aufgeführt. Mittelfristig (bis 2023) könnte nach Auffassung der Stadt der Bau einer Seilbahn auf den Venusberg erfolgen, für den die Stadt die weitere Kosten-Nutzen-Rechnung dieses Jahr vorlegen will.

Unter den langfristigen Projekten führt die Stadt einige fast schon vergessene Vorhaben wie die Hardtbergbahn, eine Streckenverlängerung der Linie 61 über Auerberg hinaus und einen neuen Streckenabschnitt von Beuel über Pützchen nach Holzlar auf.