Club am Alten Schlachthof

Westwerk steht in den Startlöchern

Westwerk soll das neue Veranstaltungszentrum am Alten Schlachthof heißen, sagen Dirk Langenfeld (links) und Holger Jan Schmidt.

BONN. Im Herbst 2016 könnte es soweit sein: Dann möchte das Investorenteam um den früheren R(h)einkultur-Chef Holger Jan Schmidt sein "Westwerk" auf dem Gelände des Alten Schlachthofs in Bonn eröffnen.

Nachdem der Ausschuss für Wirtschaftsförderung der Übertragung des Grundstücks an die Projektgruppe in Erbpacht zugestimmt hat, dürfte das Projekt am Donnerstag auch mit dem Stadtrat die letzte Hürde nehmen.

Die Pläne für ein "Kompetenzzentrum für die Veranstaltungsbranche", wie es die Gruppe nennt, liegen auf dem Tisch. Und es könnte die modernste Veranstaltungshalle Bonns werden - vielleicht sogar in NRW. "Die Ansprüche sowohl von Konzertveranstaltern als auch von Firmenkunden sind in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen", weiß Dirk Langenfeld, Geschäftsführer der LIW Event- und Kommunikationsagentur.

Im Corporate-Bereich brauche man eine Multifunktionalität mit höchsten Ansprüchen. Das habe in Bonn praktisch keine Halle zu bieten, so dass viele Unternehmen ihre Veranstaltungen in Köln ausrichten ließen. "Deswegen gehen wir mit unserem Konzept nicht in den Wettbewerb des lokalen Marktes, sondern bieten Produktionsmöglichkeiten, die viele Veranstaltungen in Bonn halten und nach Bonn holen wird", ist sich Langenfeld sicher. Außerdem werde die 200 Quadratmeter große Bühne und die installierte Technik Bedingungen bieten, die es auch großen Bands möglich macht, hier vor großen Tourneen ihre Produktion zu erproben. "Das können bislang nur zwei Hallen in Deutschland bieten, eine in Berlin und eine in Hannover", so Schmidt.

Die Halle wird über einen großen Saal mit Empore für rund 1600 stehende Besucher bieten. Bestuhlt hätten 1000 Gäste Platz. Vorgesehen ist ein weiterer Veranstaltungsbereich im vorderen Teil des Komplexes, der als Club für 500 Besucher beziehungsweise 250 (bestuhlt) ausgerichtet ist.

"Dies bietet eine größtmögliche Flexibilität für das Westwerk, das nicht ausschließlich als Konzerthalle verstanden werden soll", so Schmidt. "Es bietet ebenso beste Bedingungen für Kabarett, Comedy und Theater, Firmen- und Industrieevents, Vereinsveranstaltungen und Karneval." Das Konzertangebot betrachtet die Westwerk-Projektgruppe aber nicht als Konkurrenzort zu anderen Clubs oder Hallen. "Wir wollen dort das abbilden, was in Bonn bisher zu kurz kommt: Hip-Hop, Alternative und Metal. Denn wir werden hier erstens so bauen, dass der Schall etwa die Wohnbereiche an der Thomas-Mann-Straße nicht beeinträchtigen wird. Außerdem ist der Standort für so was ideal", meint Langenfeld.

Wahrscheinlich wird der Großteil der bestehenden Gebäude abgerissen werden müssen. Die neue Halle ist so konzipiert, dass statisch an jedem Punkt der Halle schwere Aufhängungen möglich sind. Lastzüge können nicht nur gleich hinter die Bühne fahren, unter Umständen sollen sie über hohe Flügeltüren sogar quer durch den Club und die Halle fahren können.

Holger Jan Schmidt ist sicher: "Wir haben jetzt endlich die Chance, eine einzigartige Veranstaltungshalle zu bauen, die Bonn bereichern wird."