Durchwachsene Saison

Weniger los beim letzten Flohmarkt in der Bonner Rheinaue

Wühltischatmosphäre: Händler Dirk verschenkte die Bücher ab dem frühen Nachmittag. Das macht er nur am letzten Tag in der Saison, wie er sagt.

Wühltischatmosphäre: Händler Dirk verschenkte die Bücher ab dem frühen Nachmittag. Das macht er nur am letzten Tag in der Saison, wie er sagt.

Bonn. An diesem Samstag war die letzte Chance für Schnäppchenjäger beim Flohmarkt in der Rheinaue. Rund 1000 Händler boten ihre Waren an. Der Veranstalter spricht von einer durchwachsenen Saison.

Die Bilanz fällt nüchtern aus. „Das Jahr war durchwachsen“, sagt Anja Ziegenspeck vom Veranstalter Melan. Am Samstag schlugen die Händler das letzte Mal in diesem Jahr ihre Zelte auf dem Flohmarkt in der Rheinaue auf.

Am frühen Nachmittag ziehen die ersten Verkäufer ihr bis dahin noch nicht verkauftes Hab und Gut hinter sich her. „Es ist weniger los als sonst“, sagt Simone Ribai. Das fünfte Mal ist sie in diesem Jahr dabei. Das Wetter am letzten Flohmarkttag des Jahres, zumindest in der Rheinaue, ist nicht gerade das beste. Trotzdem schlenderten Hunderte an den Ständen mit Mützen, altem Kaffeegeschirr, Kinderbüchern und Spielzeug vorbei. Einige hatten ihre Taschen randvoll mit Krimskrams gefüllt, andere gingen offenbar leer aus.

„Es wird zu wenig gehandelt. Dabei macht das doch die Atmosphäre auf einem Flohmarkt aus“, sagt Ribai, die noch etliche Kinderpullover und Jacken auf ihrem Tisch liegen hat. „Was heute nicht weg geht, wird bei ebay eingestellt“, sagt sie. Die finanzielle Ausbeute wird später gezählt. Insgesamt aber sei sie zufrieden.

Wetter trübt die Bilanz

Der Flohmarkt in der Rheinaue gilt als der schönste und größte in der Region. Britta Ahlers kommt häufiger vorbei. Genau aus diesem Grund. Ein Flohmarkt im Grünen hat für sie etwas Besonderes. Manchmal hat sie genaue Ideen, was sie kaufen möchte. An diesem Tag ist sie spontan hergekommen und schaut sich die Auslagen an. „Hier kommt man mit den Menschen ins Gespräch. Das finde ich klasse“, sagt die Bonnerin, die gerade einen Ledermantel mit Fellbesatz entdeckt hat. 170 Euro soll er kosten. „Schade, die Ärmel sind zu kurz“, stellt sie enttäuscht fest.

Etwa 1000 Händler platzieren ihre Waren in der Rheinaue, wie Ziegenspeck von Melan sagt. Für das kommende Jahr haben wir bis jetzt 300 Anmeldungen. Nicht immer kommen 1000 Händler zusammen. Das trübt die Bilanz in diesem Jahr ein wenig. Es sei das regnerische Wetter gewesen, sagt Ziegenspeck. Alle Wochenenden seien trocken gewesen, nur am dritten Samstag im Monat habe es oft geregnet.

Harald Klok kann es egal sein, ob es regnet oder die Sonne scheint. Unter seinem großen Zelt hat er Spiele, DVDs, Legospielzeug und Kinderbücher wetterfest in Plastikboxen gestapelt. Klok gehört zu den Profis auf dem Markt. Zwar sind die Waren aus zweiter Hand, doch Klok ist schon seit vielen Jahren im Trödelgeschäft. In der Rheinaue steht er immer an derselben Stelle. „Im nächsten Jahr auch wieder, achtmal insgesamt“, sagt er. Mit seinen persönlichen Verkaufszahlen ist er zufrieden, wie er sagt. Eine konkrete Summe nennt er nicht.