Hilfsaktion für Neunjährigen

Weltrekord im Bankdrücken für guten Zweck gebrochen

Weltrekord im Bankdrücken: Michael Schlögel setzt in der Josef-Strunck-Halle seine Muskeln für den guten Zweck ein. Die Karl-Simrock-Schüler feuern ihn an.

Weltrekord im Bankdrücken: Michael Schlögel setzt in der Josef-Strunck-Halle seine Muskeln für den guten Zweck ein. Die Karl-Simrock-Schüler feuern ihn an.

Endenich. Der neunjährige Yehya ist unheilbar an Krebs erkrankt, für ihn pumpte Kraftsportler Michael Schlögel eine Stunde lang ein Gewicht von rund 43 Kilogramm: Neuer Weltrekord. Vom Erlös kann sich der Junge Wünsche erfüllen.

Frenetisch jubelten die Schüler der Karl-Simrock-Schule am Freitagvormittag Michael Schlögel zu, der in der Josef-Strunck-Halle seinen eigenen Weltrekord im Bankdrücken brach. Etwas abseits stand der, um den es bei der Veranstaltung der Organisation „Stark für Kinder“ eigentlich ging. Es ist nicht das erste Mal, dass Schlögel sich für ein Kind ins Zeug legt: Begonnen hatte es damit, dass er im September 2017 für einen Zwölfjährigen innerhalb einer Stunde 1000 Mal das 43-Kilo-Gewicht drückte. mit dieser Aktion war „Stark für Kinder“ geboren: „Warum aufhören?“, fragten sich die Veranstalter. Schlögel, Mitarbeiter im Runners Point, gründete zusammen mit seinem Kollegen Alexander Bermel und der Fitnesstrainerin Carolin Thiel den Verein.

Für Schlögel war das eine Herzensangelegenheit: „Ich wollte schon immer etwas mit Kindern machen.“ Seinen Weltrekord stellte er schon nach 48 Minuten ein, am Ende der Stunde hatte er insgesamt 52963 Kilogramm gedrückt. Um ihn solle es aber eigentlich gar nicht gehen, sagte Thiel: „Wir wollen immer wieder den Fokus auf die Kinder lenken.“ Deshalb war auch ein gehbehindertes Mädchen dabei, das durch eine frühere Aktion der Organisation eine Gehhilfe anschaffen konnte.

Im Baumarkt wäre es nicht so toll gewesen

Am Ende kamen fast 3000 Euro zusammen, davon rund ein Drittel am Freitag: Für jedes Drücken des Gewichts gaben Runners Point und andere Sponsoren 80 Cent. Im Vorfeld hatten sie zudem schon 1000 Euro gespendet, ebenso wie Obi. „Ursprünglich sollte das im Obi-Markt in Bonn-Nord stattfinden“, erklärte Marktleiter Michel Schaffrath. Dann sei man aber auf die Idee gekommen, Arndt Hilse, Leiter der Endenicher Hauptschule, zu kontaktieren, mit der die Filiale seit Jahren eine enge Kurs-Lern-Partnerschaft pflegt. Der brachte die Aktion in die Strunck-Halle, und das war eine gute Entscheidung, fand Schaffrath: Eine so tolle Stimmung hätte man im Baumarkt nicht gehabt.

Mit 3000 Euro kann man sich viele Wünsche erfüllen. Yehya konnte das aber noch gar nicht einschätzen: Der trotz Erkrankung gut gelaunte Junge war mit der Frage, was er sich denn wünsche, völlig überfordert. Er freute sich über ein Trikot seines Lieblingsfußballvereins Borussia Dortmund. Und über eine Einladung eines Spielers zum Spiel des BVB gegen Hertha BSC am 27. Oktober, wo auch eine Überraschung auf ihn wartet.