250 Wohneinheiten in Dransdorf geplant

Wechselkröten gefährden großes Bauprojekt in Bonn

Das neue Baugebiet in Dransdorf.

Das neue Baugebiet in Dransdorf.

Dransdorf. Zwischen Grootestraße und Lenaustraße ist ein großes Neubaugebiet vorgesehen. Die Pläne liegen vor, aber eine bedrohte Tierart könnte dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung machen.

Auf der Fläche zwischen Grootestraße, Lenaustraße und der Kleingartenanlage in Dransdorf sollen in Zukunft mehrere Hundert neue Wohneinheiten entstehen. Das plant die Langen Massivhaus GmbH Co. & KG, die ihren Sitz in Mönchengladbach hat. Für das Areal prüft die Stadt derzeit die Aufstellung eines neuen Bebauungsplans. Die finale Entscheidung trägt der Ausschuss für Planung, Verkehr und Denkmalschutz, der sich mit dem Bauvorhaben in seiner Sitzung am 14. November beschäftigt.

Das Grundstück befindet sich allerdings im Verbreitungsgebiet der Wechselkröte, ein Vorkommen der Tiere sei bereits beobachtet worden, wie seitens der Stadt festgestellt wird. Die Wechselkröte gehört in Deutschland zu den bedrohten Tierarten. In Nordrhein-Westfalen wird die Tierart in der Roten Liste der gefährdeten Arten mit dem Status „stark gefährdet“ geführt.

In einem ersten Gutachten wurde in diesem Jahr jedoch festgestellt, dass das Areal aufgrund seiner Eigenschaften nicht als Sommerlebensraum für die Tiere geeignet sei, auch eine Überwinterung sei hier nicht möglich. Derzeit sollen laut Investor dennoch artenschutzrechtliche Fragen geklärt werden. In Bornheim-Hersel war zuletzt ein Investor von dem Bauvorhaben eines Golfplatzes zurückgetreten, weil die Auflagen des Artenschutzes zu hoch waren.

Überschwemmungsbereich des Dransdorfer Bachs

Der bisherige Bebauungsplan für das Areal stammt noch aus dem Jahr 1984 und sieht eine ein- bis dreigeschossige Bebauung vor. Aber es soll offenbar höher hinausgehen, wie die Stadt mitteilt: „Die von dem Investor geplante Bebauungskonzeption greift die diesem Bebauungsplan zugrunde liegende Konzeption jedoch nicht auf und widerspricht dem bestehenden Planungsrecht, sodass zur Umsetzung des Planungsziels eine Änderung des gültigen Bebauungsplans erforderlich ist.“

Insgesamt sollen auf dem Areal rund 250 neue Wohneinheiten entstehen – 150 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern und 100 in Einfamilienhäusern. Zu Beginn der Planungen waren noch 180 Wohneinheiten angedacht gewesen. Aufgrund der Größe fällt das Projekt unter die Richtlinien des Bonner Baulandmodells. Demnach müssen 40 Prozent der Bruttogesamtfläche als sozial geförderter Wohnungsbau entstehen. Der südliche Teil des Grundstücks soll nicht bebaut werden, da er im Überschwemmungsbereich des Dransdorfer Bachs liegt. Derzeit wird das in Privatbesitz befindliche Areal noch landwirtschaftlich genutzt.

An der Lenaustraße befindet sich ein Kindergarten. Mit dem Neubauprojekt werden allerdings deutlich mehr Plätze benötigt. Der Investor plant daher, eine neue Kita auf dem Gelände zu errichten.

Der Umweltausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung am Mittwochabend das Projekt zunächst vertagt. Und zwar mit der Maßgabe, möglichst schnell eine Ortsbesichtigung unter Beteiligung der Biologischen Station durchzuführen, berichtete der örtliche Ratsherr Stephan Eickschen, der die Auffassung hat: „Ich unterstütze das Projekt sehr.“