6,7 Millionen Euro

Wasserlandbad-Kosten vergrößern das Bonner Defizit

Bonn. Die Projektkosten für den geplatzten Bad-Neubau im Wasserland belasten den Bonner Haushalt. Rund 6,7 Millionen Euro muss die Stadt an die Stadtwerke zahlen.

So war es vereinbart worden, als der Stadtrat die SWB beauftragte, das Projekt voranzutreiben. Die 6,7 Millionen Euro muss die Stadt nun überplanmäßig aufbringen, so das Presseamt. „Da bei einem Bau des Wasserlandbades die Finanzierung über die SWB Bad GmbH abgewickelt worden wäre, waren im städtischen Haushalt für den Bau bisher keine Mittel eingeplant“, erklärte Stadtsprecherin Monika Hörig.

Das Geld kommt somit auch nicht aus dem Topf mit rund 26 Millionen Euro, aus dem die Sanierung von Hardtbergbad und Beueler Bütt finanziert werden soll. Sondern es vergrößert schlicht das Bonner Defizit, das Kämmerin Margarete Heidler für das laufende Jahr zuletzt mit etwa 60 Millionen Euro beziffert hatte.

Die 6,7 Millionen Euro setzen sich laut Stadtverwaltung aus mehreren Teilen zusammen. Sie sind bis zum Ratsbeschluss vom 14. Dezember 2017 Kosten in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro für Architekten, Planungs- und Beraterleistungen entstanden. Die danach angefallenen Kosten würden aufgrund bestehender vertraglicher Verpflichtungen auf einen weiteren Betrag von 4,2 Millionen Euro geschätzt.

Die Stadtverwaltung analysiere jetzt kurzfristig die verschiedenen Beschlüsse, die es in Sachen Bäder gebe, teilte Hörig am Mittwoch mit. Teilweise sind sie abhängig voneinander, teilweise bauen sie aufeinander auf. Die veranschaulichte Beschlusslage soll eine Basis für die weitere Diskussion bilden. Die Ratsmehrheit hatte die Sanierung von Hardtbergbad und Beueler Bütt zwar schon beschlossen – allerdings unter der Voraussetzung, dass die neue Schwimmhalle im Wasserland gebaut wird und dafür Kurfürsten- und Frankenbad dauerhaft vom Netz gehen.

Friesdorfer Freibad als möglicher Kompromiss

Zum Vorstoß der CDU, als Kompromisslösung ein ganzjährig nutzbares Kombibad am Standort des Freibades Friesdorf zu prüfen, hielten sich ihre Koalitionspartner von FDP und Grünen am Mittwoch auf GA-Anfrage vorerst bedeckt. Eine klare Absage erteilte dem Vorschlag der Bürger Bund Bonn (BBB) und verwies unter anderem auf das „beengte Gelände“. Man fordere weiter ein Hallenbad für jeden Stadtbezirk.

Dies sei in Bad Godesberg nur im Zentrum am Standort des Kurfürstenbades sinnvoll. Für den ist übrigens entgegen anderslautender Gerüchte noch kein Vertrag mit neuen Nutzern geschlossen worden, wie der GA erfuhr. Der BBB will beantragen, dass dir Kosten für einen Neubau an dieser Stelle ermittelt werden.

Die SPD verlangt unterdessen die Erarbeitung eines „gesamtstädtisches Bäderkonzepts im Rahmen einer Bürgerbeteiligung, die diesen Namen verdient“. Nur so könne man die Interessen wieder zusammenführen, sagte Gabi Mayer, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion.

„Die Schnellschüsse der CDU sind nicht geeignet, das Vertrauen der Bonner in die Kommunalpolitik zurückzugewinnen.“ Das gelte für die „vorschnelle“ Absage an die Sanierung des Frankenbades ebenso wie für den Vorschlag zum Kombibad in Friesdorf. Inhaltlich wollte die SPD diesen allerdings noch nicht bewerten.