Kommentar zum Bonner Ausländeramt

Was kommt als nächstes?

Auch im Sozialamt, das sich im Beueler Rathaus befindet, komm ein Wachdienst zum Einsatz.

Auch im Sozialamt, das sich im Beueler Rathaus befindet, komm ein Wachdienst zum Einsatz.

BONN. Die Stadt sieht zwischen Problemen im Ausländer- und Sozialamt und den Flüchtlingszuzüge einen direkten Zusammenhang. Lange hat sie das Konfliktpotenzial überpinselt, meint Rüdiger Franz.

Die Stadt Bonn hat in einigen Amtsstuben Probleme mit rabiater Klientel und möchte sie mit Unterstützung einer Sicherheitsfirma einhegen. Was auf den ersten Blick plausibel klingt, wirft gleichwohl Fragen auf. Zum Beispiel aus Sicht all jener Empfänger von Sozialleistungen, die trotz noch so verfahrener Lebenslage und frustrierender Erfahrungen mit Ämtern nie auf die Idee kämen, ihre Wut tätlich an den Bearbeitern ihrer Anträge auszulassen.

Sollten Personen, die gewalttätig gegenüber jenem System werden, von dem sie gefüttert werden möchten, überhaupt noch Anspruch auf „soziale“ (!) Leistungen haben? Unter all jenen, von denen die sogenannte Solidarleistung erwirtschaftet wird, dürfte die Frage jedenfalls zumindest ein kontroverses Meinungsbild erzeugen.

Auffallend ist auch, dass die Stadt Bonn die Probleme im Ausländer- und Sozialamt ausdrücklich in Korrelation mit dem Flüchtlingszustrom setzt. Man darf davon ausgehen, dass sie weiß, wovon sie spricht. Doch das sind neue Töne, nachdem evidentes Konfliktpotenzial lange Zeit und spürbar bemüht vom Duktus der sogenannten Willkommenskultur überpinselt wurde.

Mehr noch: Wer sich angesichts unkontrollierter und grenzenloser Massenzuwanderung kritisch über Folgen für die alltägliche Sicherheitslage äußerte, der hatte – auch in Bonn – lange Zeit noch Glück, wenn er lediglich belächelt wurde. Denn auch in diese Richtung zielten (und zielen) Hasskommentare und Stigmatisierung. Jetzt sollen also, ganz pragmatisch, schnell noch einmal 180 000 Euro aus der (längst geplünderten) Gemeinschaftskasse der Bonner genommen werden, damit die Mitarbeiter in den Ämtern von Prügel verschont bleiben. Man kann das normal finden. Oder aber nachdenklich fragen: Was kommt wohl als nächstes?