Verkauf unwahrscheinlich

WCCB-Hotel spaltet die Politik

BONN. Es wird immer unwahrscheinlicher, dass der Stadtrat noch diesen Monat dem von der Verwaltung geplanten Verkauf des unfertigen Hotels des World Conference Center Bonn (WCCB) grünes Licht geben wird. Bei einer Probeabstimmung votiert CDU-Fraktion gegen möglichen Verkauf.

Wie berichtet will Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch (SPD) dem Rat in seiner Sitzung am 14. November vorschlagen, das WCCB-Hotel an den Bonner Investor Jörg Haas (Kameha-Hotel) für rund 17 Millionen zu verkaufen. Eine entsprechende Empfehlung haben die von der Stadt mit der Prüfung von verschiedenen Handlungsoptionen beauftragten externen Berater abgegeben. Sie stellten ihr Gutachten am Montagabend in einer gemeinsamen Sitzung der schwarz-grünen Ratsfraktionen vor, in der es dem Vernehmen nach hoch hergegangen sein soll.

"Viele unserer Fragen konnten die Berater nicht beantworten", meinte ein CDU-Mitglied, das nicht mit Namen genannt werden will. Ebenso unklar sei vielen geblieben, warum ein Verkauf an Haas für die Stadt mehr Vorteile bringe, als die Fertigstellung in Eigenregie und anschließende Verpachtung des Hotels. Bereits im Vorfeld der Zusammenkunft hatte sich CDU-intern abgezeichnet, dass gegenüber einem Verkauf des Hotels große Skepsis herrscht. Bei einer spontanen Probeabstimmung sollen nach GA-Informationen alle bis auf einen gegen den Verkauf abgestimmt haben.

CDU-Fraktionschef Klaus-Peter Gilles wollte sich zur Sitzung nicht äußern. Nur soviel: "Es ist doch nicht verwunderlich, dass bei dem komplexen Sachverhalt nicht gleich alle sagen können, das ist jetzt der richtige Weg." Zumal die Expertise erst Donnerstagabend vorgelegen habe. Die CDU sehe sich nicht in der Lage, schon nächste Woche eine Entscheidung zu treffen, sagte er.

Für den Grünen-Koalitionspartner ist Tom Schmidt zufolge die Sache dagegen klar. "Der Verkauf ist für uns die sinnvollste Lösung", sagte er gestern. Auch seien für seine Fraktion alle Frage von den Gutachtern hinreichend beantwortet worden. Die SPD, so Fraktionschefin Bärbel Richter, habe sich schon früh für den Verkauf ausgesprochen. "Eine Fertigstellung durch die Stadt birgt ein unkalkulierbares Risiko", sagte sie.

Skepsis überwiegt dagegen bei der FDP, der Linksfraktion und dem Bürger Bund Bonn. "Für uns geht Sorgfalt vor Schnelligkeit", meinte Liberalen-Chef Werner Hümmrich. Er tendiere eher gegen einen Verkauf, "weil wir dann nicht mehr in der Hand haben, was mit dem Bau passiert." Auch Johannes Schott vom Bürgerbund sieht den Verkauf kritisch, da eine Trennung des Hotels vom Kongressteil negative Folgen haben könnte. Michael Faber (Linke) meinte, "wir sehen nicht, dass Alternativen zum Verkauf des Hotels umfassend und ausreichend geprüft wurden."