Festspielhaus in Bonn

Vorstoß für Neubau neben der Beethovenhalle wird begrüßt

Die Beethovenhalle steht unter Denkmalschutz. Bald soll auch das Außengelände zum Baudenkmal erklärt werden.

BONN. Der Verein ProBeethovenhalle glaubt, dass ein mögliches Festspielhaus trotz Einschränkungen durch den Denkmalschutz neben der Beethovenhalle gebaut werden könnte. "Ein Entwurf, der sich ohne direkten Eingriff in die Substanz von Beethovenhalle und Park realisieren lässt, kann für beide Häuser zu beachtlichen Synergien führen", erklärte Jörg Franzen, der Sprecher des Vereins.

ProBeethovenhalle begrüßt den Vorstoß der Deutschen Post DHL und des Oberbürgermeisters Jürgen Nimptsch, einen Neubau "unter Einbeziehung" der Beethovenhalle zu prüfen. Gleichzeitig fordert der Verein aber auch von der Stadt Bonn, die Beschlüsse zur Modernisierung der Beethovenhalle zügig umzusetzen.

Das Gebäude selbst steht seit 1990 unter Denkmalschutz. Auf Antrag des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege soll die Stadtverwaltung nun das gesamte Außengelände ebenfalls zum Baudenkmal erklären - und wird dies wohl demnächst auch tun. Beide Behörden haben eine enge Abstimmung vor dem von der Post geplanten Architektenwettbewerb vereinbart. Der Verein ProBeethoven erwartet, ebenfalls "angemessen am weiteren Verfahren beteiligt" zu werden.

Auch die Initiative "Kultur in Bonn" unterstützt die Idee eines Festspielhauses neben der Beethovenhalle. "Die Überlegungen gehen in die richtige Richtung", betonte Rolf Bolwin, Direktor des Deutschen Bühnenvereins und Mitbegründer der Initiative. Im Vergleich zum bisher diskutierten Standort in der Rheinaue sei es realistischer, "beim Neubau einer Konzertspielstätte auf Synergien mit der Renovierung der Beethovenhalle zu setzen, um so im Bonner Norden einen Veranstaltungskomplex zu schaffen, der vielseitig genutzt werden" könne.

Die Bürger für Beethoven und die Beethoventaler-Genossenschaft pochen darauf, dass das Konzerthaus ein eigenständiges Gebäude sein müsse. "Für eine Erweiterung der Beethovenhalle oder einen Anbau stehen die von uns gesammelten Spenden nicht zur Verfügung", unterstrich Stephan Eisel, der im Vorstand des Vereins und der Genossenschaft sitzt. Das Festspielhaus müsse dem kommunalen Zugriff entzogen sein, wenn es internationale Strahlkraft entfalten solle. Er hoffe, dass jetzt der "Zick-Zack-Kurs der Stadtspitze in der Standortfrage" ein Ende habe.