Renovierung

Vorbereitungen für Sanierung des Bonner Münsters laufen

Bonn. Mehr als 20 Millionen Euro soll die Sanierung der Basilika des Bonner Münsters kosten. Aktuell laufen die letzten Vorbereitungen, ehe mit den Arbeiten begonnen werden kann. Die Container für die Bauarbeiter wurden nun gesegnet

Das Bonner Münster ist leer geräumt, doch bevor mit der Sanierung der Basilika begonnen werden kann, sind noch einige Vorarbeiten zu erledigen, etwa im Dachstuhl. Dort müssen neben Taubenkot vergangener Jahrzehnte auch kontaminierter Staub und Dreck entfernt werden, denn das Gebälk ist in den 1980er Jahren mit einem Holzschutzmittel behandelt worden, das Umweltgifte enthielt.

„Wir liegen im Zeitplan, alle Arbeiten laufen wie vorgesehen“, erklärte Reto Bellinger von der Firma Hahn+Helten. Ab sofort werden Fachplaner und Architekten immer zur Stelle sein, um die Arbeiten zu überwachen und die einzelnen Gewerke zu koordinieren. Seit Dienstag haben Ingenieure und Bauarbeiter eine kleine „Bauzentrale“ direkt an der Ostseite des Münsters. „Das Headquarter der Generalsanierung“ nannte Monsignore Wilfried Schumacher den zweigeschossigen Container mit allen nötigen Plänen und Zeichnungen, den er am Dienstagmittag segnete. „Allerdings nicht als Gebäude, sondern wir wollen vielmehr die Menschen segnen, die hier in den nächsten Jahren arbeiten.“

Nach dem Dachstuhl folgen Arbeiten an der Außenfassade. Das ist eine der größten Einzelmaßnahmen bei der Generalsanierung. Begonnen wird an der Ostseite. Dazu wird der Bauzaun erweitert und umfasst dann Nord- und Ostseite (Münster- und Martinsplatz). Dann beginnen die Aufbauarbeiten für das Gerüst. Alle Steine der Außenfassade sind mittlerweile analysiert. „Hier wurden 22 verschiedene Steinarten verbaut“, weiß Bellinger. Jeder einzelne Stein ist in einem Kataster vermerkt. Es wurde festgelegt, um welches Gestein es sich handelt, welche Schäden bestehen, ob eine Reparatur möglich ist oder Ersatz geschaffen werden muss.

Sollten Elemente ausgetauscht werden, setzen Handwerker ausschließlich ähnliches Material ein. „Natürlich bekommen wir keinen Trachyt mehr vom Drachenfels, aber es gibt andere Lösungen. Nach Abschluss der Arbeiten wird die Fassade ein einheitliches Bild haben“, versichert Bellinger. Der Laie werde nicht erkennen, wo neues Material verwendet worden ist. Überlegt habe man auch, ob man nach dem Abriss des Immerather Doms den dort verarbeiteten Tuffstein in Bonn wieder verwenden kann. Aber das sei im Endeffekt keine Option gewesen, erklärt der Pressesprecher des Münsters, Reinhard Sentis. „Tuffstein ist sehr weich und überlebt einen Abriss meist nicht.“

Die Kosten für die Generalsanierung werden derzeit auf rund 20,2 Millionen Euro geschätzt. Das Erzbistum wird einen Großteil übernehmen. Einen Anteil muss aber auch die Münstergemeinde übernehmen. „Wir sind für jeden Steinpaten dankbar“, sagte Sentis.