Ende der Bahnsteigkarten

Vor 50 Jahren wurde der Bonner Bahnhof frei zugänglich

Der Bonner Hauptbahnhof im Jahre 1956.

Der Bonner Hauptbahnhof im Jahre 1956.

BONN. Es war das Ende der Bahnsteigkarten in Bonn, die den Verkehr während der Flutstunden regelten: Im Herbst 1968 wurde der Bonner Bahnhof frei zugänglich.

Der Bonner Bahnhof wird bald frei zugänglich sein. Bereits zum 1. Oktober 1968 soll ihn jeder betreten können, ohne dafür eine Bahnsteigkarte lösen zu müssen. So soll in der Eingangshalle nur noch ein Beamter der Bundesbahn zugegen sein, um Auskünfte aller Art zu erteilen.

Diese Nachricht im General-Anzeiger vom 7. August 1968 geht auf eine Eingabe des FDP-Kreisvorsitzenden Wolfram Dorn an die Bundesregierung zurück: Der Bundestagsabgeordnete moniert, dass die Bonner nur dann Bahnsteigkarten kaufen müssen, um auf die Bahnsteige zu gelangen, wenn die dazugehörigen Sperren mit Beamten besetzt sind. Fehlen die Beamten dagegen, sind keine Bahnsteigkarten erforderlich.

Bundesverkehrsminister Georg Leber weist auf die Nützlichkeit von Bahnsteigkarten hin, um den Verkehr während der Flutstunden zu regeln und den Andrang auf den Bahnsteigen einzuschränken. Er muss aber eingestehen, dass in Bonn besondere Verhältnisse herrschen, weil die Bundesbahn zusätzlich weitere Ein- und Ausgänge südlich des Bahnhofsgebäudes und zur Quantiusstraße geschaffen hat, die in der Regel nicht mit Sperrenschaffnern besetzt seien.

In Deutschland gibt es 1968 noch 108 Bahnhöfe, bei denen dauernd oder zeitweise die Eingangssperren besetzt sind.