Bonner Geschichte

Vor 50 Jahren begann der Bau des Bonn-Centers

Wirtschaftsminister Karl Schiller schlägt mit einem Hammer auf die Grundstein-Platte des Bonn-Centers. FOTO: GA-ARCHIV/ENGELS

Wirtschaftsminister Karl Schiller schlägt mit einem Hammer auf die Grundstein-Platte des Bonn-Centers. FOTO: GA-ARCHIV/ENGELS

BONN. Heute vor 50 Jahren wurde der Grundstein für das Bonn-Center am Bundeskanzlerplatz gelegt.

Große Worte von Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller zur Grundsteinlegung des Bonn-Centers am 26. März 1968: „Dies Haus möge für Bonn ein Zentrum sein, ein Forum für den Handel und ein Quell der Freude für Kunst, Tanz und Vergnügen!“ Das Projekt am Bundeskanzlerplatz sei auf dem Fundament der Konjunktur-Ankurbelung von 1967 gegründet, sagt der Minister.

„Einen Hauch von Manhattan“ soll das Bonn-Center in die Bundeshauptstadt bringen, meint Schiller. Damit komme hauptstädtischer Lebensstil und urbaner Geist nach Bonn, betont der Bundeswirtschaftsminister. Dann überreicht er im Auftrag der drei Bauherren Bernd Domscheit sowie der Brüder Philipp und Peter Bauschke zwei Spenden an den Oberbürgermeister Wilhelm Daniels: 500 000 Mark für die Altenhilfe und 10 000 Mark für die Stiftung „arts and music“. Außerdem übergeben die Bauherren 15 000 Mark für die Alte-Meister-Stiftung an Kreishandwerksmeister Karl Müller. Oberbürgermeister Daniels befestigt mit drei Hammerschlägen die Marmordeckplatte des Grundsteins auf dem Zementgefäß mit den Gründungsurkunden und ruft: „Die Arbeit kann beginnen.“ Bundeswirtschaftsminister Schiller hofft, dass im neuen Bonn-Center bald ein vielfältiges, internationales Leben herrscht. Architekt Friedrich Wilhelm Gerasch plante den Bau nach dem Vorbild des Berliner Europa-Centers.

Das neue Bonn-Center soll fünf Bars und Restaurants beherbergen, einen Tanzkeller, eine Milchbar und zwei Terrassen-Cafés, einen Supermarkt, ein Keller-Theater, eine Galerie und Ausstellungsräume, Geschäfte, Büros und Wohnungen. Der Komplex mit 125 000 Kubikmeter umbautem Raum ist ein Projekt, mit dem Bonn internationale Beachtung erzielen will.

Im 18. Geschoss des Hochhauses soll ein Schwimmbad gebaut werden, unter der Erde eine Bowlingbahn; dazu kommen eine Tankstelle, eine Bank, ein Hotel mit 340 Betten und Reisebüros. Der Komplex soll etwa 30 Millionen Mark kosten und im Herbst 1969 bezogen werden.