Partnerschaft mit China

Von Xizhuangdian Village nach Buschdorf

Die chinesische Delegation aus Xizhuangdian Village besucht den Buschdorfer Rosenbauer Klaus Faßbender. Im vergangenen Jahr war der Ortsauschuss und einige Karnevalisten in China zu Gast.

Die chinesische Delegation aus Xizhuangdian Village besucht den Buschdorfer Rosenbauer Klaus Faßbender. Im vergangenen Jahr war der Ortsauschuss und einige Karnevalisten in China zu Gast.

BUSCHDORF. Die Partnerschaft von Buschdorf und Xizhuangdian Village in China wird im Sommer drei Jahre alt. Der Austausch untereinander ist schwierig, aber spannend.

„Wir würden auch gerne Rosen anbauen, wir hätten die idealen Flächen dafür“, sagte Yi Duan, der den Rosenbauernhof Faßbender in Buschdorf besichtigt. Er ist der Bürgermeister des Buschdorfer Partnerdorfes Xizhuangdian Village und nun einige Tage in Deutschland.

Zum dritten Mal trifft er auf die Partner aus Buschdorf, allen voran auf Klaus Kraus, Ehrenvorsitzender des Ortsfestausschusses, den gebürtigen Chinesen und langjährigen Bonner Ji Jian Shu, der die Partnerschaft angestoßen hat, den Stadtverordneten Georg Schäfer und Heinz Ossenkamp.

Klaus und Ursula Faßbender erklärten den Besuchern im Detail, dass sie auf 30 000 Quadratmetern 60 Rosensorten ziehen, die sie auf dem Feld schneiden, auf dem Hof weiterverarbeiten und binden und bis zum Verkauf im Großhandel oder im Hofladen in Kühlhäusern lagern. Klaus Faßbender nahm seine ausländischen Gäste im Anschluss auch noch mit aufs Feld.

Nur blühende Rosen konnte er ihnen dort nicht präsentieren – sie waren schlicht noch nicht so weit. „Ungeachtet der politischen Systeme und ihrer Unterschiede sind persönliche Kontakte wie dieser für den Aufbau guter Beziehungen entscheidend und bedürfen wie Rosen guter Pflege“, sagte Georg Schäfer. „Die Buschdorfer Rosen werden zum Synonym für den Austausch auf lokaler Ebene, ein bemerkenswerter Beitrag zum Aufbau der deutsch-chinesischen Beziehungen“, meint Ossenkamp.

Die Partnerschaft zwischen Buschdorf und Xizhuangdian Village wird diesen Sommer drei Jahre alt. Besiegelt wurde die Bonn-Buschdorf-China-Freundschaft, erinnert sich der damalige Ortsfestausschussvorsitzende Klaus Kraus, in Form eines Gründungsvertrags am 16. Juli 2016 auf einem Buschdorf-Aufkleber. Jin Jian Shu – Repräsentant der Chinesen in Deutschland, Buschdorfer Karnevalsprinz der vergangenen Session und Besitzer des Herseler Restaurants Kaisergarten – war auf den Ortsfestausschuss zugekommen mit der Anfrage Xizhuangdian Villages nach der Partnerschaft zu einem deutschen Dorf.

Danach ging alles sehr schnell: Schon drei Wochen nach der Vereinbarung war die erste Delegation aus Xizhuangdian da: zehn Chinesen, darunter Bürgermeister Yi Duan. Georg Schäfer begrüßte die Abordnung auch damals schon – im Alten Rathaus. 2017 waren die Chinesen nochmals zu Gast und erlebten zum Beispiel die Buschdorfer Kirmes. 2018 war Zeit für einen Gegenbesuch, befand Shu, der sich wie Kraus um die Partnerschaft bemüht. Denn diese sei aufgrund der politischen Gegebenheiten in China und wegen der sprachlichen Barrieren nicht so leicht mit Leben zu füllen.

Zum neuntägigen Gegenbesuch machten sich 21 Buschdorfer und Mitglieder der Karnevalsgesellschaft Bönnsche Chinese auf, deren Präsident Shu ist. „Diese Masse von Flugzeugen, diese Masse von Menschen, am Automaten auschecken, das hat uns erstmal alles erschlagen“, erinnerten sich Klaus Kraus, seine Frau Ingrid und Klaus Tolksdorf.

Kaum hatten sie ihr Gepäck in der Hand, ging das Programm los: Sie besichtigten den kaiserlichen Sommerpalast und das Nationalstadion und fuhren ins Partnerdorf. „Wir sind herzlich willkommen geheißen worden“, sagte Klaus Kraus.

„Wir bekamen sogar kleine Körbchen, um frische Kirschen pflücken zu können“, ergänzte seine Frau. Doch ein normales Dorf mit normalem Alltagsleben hätten sie nicht gesehen, nur das, was man ihnen hätte zeigen wollen: eine gelungene Infrastruktur. „Xizhuangdian gilt als Modelldorf, in sozialer, ökologischer Hinsicht und im Hinblick auf die Gesundheitsförderung“, erklärte Tolksdorf.

In den Tagen darauf folgte das klassische touristische Programm in China, aber auch ein Stopp in Hangzhou, Saus Heimatort. Die Eindrücke der Reise waren und sind so nachhaltig – zum Beispiel, dass „Langnasen“ ein begehrtes, exotisches Fotomotiv sind oder Toiletten als „Halle der Harmonie“ blumig umschrieben werden –, dass Kraus und Tolkstorf beschlossen haben, sie weiterzugeben: auf einem Multimediavortrag, der am Freitag, 26. April, stattfindet. 15 000 Bilder haben die zwei dafür gesichtet und eine kleine Auswahl getroffen. Die chinesische Delegation kann leider nicht dabei sein, sie ist schon wieder daheim.

Der Ortsfestausschuss lädt für Freitag, 26. April 2019, zu einem Multimediavortrag ins Pfarrzentrum Sankt Aegidius, Buschdorfer Straße 60, ein. Klaus Kraus und Klaus Tolkstorf berichten ab 19 Uhr über die China-Reise.