Viktoriakarree in Bonn

"Viva Viktoria" will mit Bürgern Masterplan erstellen

Die Signa-Holding hat sich das Schlüsselgrundstück an der Ecke Stockenstraße und Rathausgasse bereits 2011 gesichert und seitdem weitere Privatgrundstücke gekauft. FOTO: VOLKER LANNERT

Luftaufnahme des Viktoriakarrees.

Bonn. Den Erfolg ihres Bürgerbegehrens gegen die Pläne eines Einkaufszentrums im Viktoriakarree haben sie gerade erst gefeiert. Da wartet die Initiative "Viva Viktoria" bereits mit einem Konzept auf, wie es mit dem Gebäude des 2010 geschlossenen Schwimmbads und dem restlichen Areal weitergehen könnte.

Mit Hilfe von Politikwissenschaftlern haben Axel Bergfeld und seine Mitstreiter von "Viva Viktoria" - inzwischen ein eingetragener Verein - ihre Vorstellungen zu Papier gebracht, wie möglichst viele Bürger bei den Überlegungen zur künftigen Entwicklung des Karrees zwischen Franziskanerstraße, Stockenstraße, Rathausgasse und Belderberg ins Boot geholt werden können.

"Das sehen wir als große Chance", sagte Bergfeld am Freitag bei einer Pressekonferenz, "gemeinsam mit der Stadt eine Form zu finden, wo wir unsere Fähigkeiten und Möglichkeiten einbringen können". Bonn als Modellstadt für Bürgerbeteiligung stünde es gut zu Gesicht, hier unkonventionelle Wege zu gehen.

"Bei dem Konzept handelt es sich um einen Vorschlag. Denn auch wir haben noch nicht den Stein der Weisen", sagte Bergfeld. Und seine Mitstreiter Robert Jansen und Johannes Roth betonten, der Prozess sei ergebnisoffen.

Politologin Tabea Höcker, Mitautorin des Konzepts, erläuterte die Schritte: Zunächst soll die Finanzierung der Bürgerbeteilung geklärt werden. Dazu wolle der Verein zu Spenden aufrufen, damit sich auch Bürger an der Finanzierung beteiligen. Des Weiteren sollen die Bürger über alles rund um die Beteiligungsmöglichkeiten informiert werden.

Der Verein hat einen Antrag bei der Stadt gestellt, einen Infocontainer möglichst nahe am Rathaus aufstellen zu dürfen. Anschließend sollen die Bürger ihre Ideen äußern und sie in Bürgerforen und Planungswerkstätten diskutieren und konkretisieren. Am Ende soll ein Masterplan Viktoriaviertel zur Umsetzung kommen. Mit dem Start des Bürgerbeteilungsverfahrens rechnet der Verein Anfang 2016.