Bonner Innenstadt

Viktoriakarree soll nicht ausgeschrieben werden

Das Viktoriakarree hinter dem Alten Bonner Rathaus aus der Luft gesehen. An der zum Rhein hin gewandten Seite des Häuserblocks ist der Bau des geschlossenen Viktoriabads zu sehen.

Bonn. Gegen eine schnelle Ausschreibung der Flächen im Viktoriakarree haben sich die Interessenvertretung des Bonner Einzelhandels, die City-Marketing, der regionale Einzelhandelsverband und die Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg ausgesprochen.

In dem von den Vorsitzenden Oliver Hoffmann, Martin Hergarten und Kurt Schmitz-Temming unterschriebenen offenen Brief an die Stadtverordneten erklären sie ihre vorsichtige Haltung damit, dass unter anderem noch kein schlüssiges Verkehrskonzept für die Bonner City vorliege.

"Für die im Masterplan Innere Stadt festgeschriebenen Verkehrsprojekte wie Umwandlung des Cityrings in einen Citybogen, Kappung der Passage am Hauptbahnhof, Kreisverkehr Thomastraße/Rabinstraße oder neue Rampe Viktoriabrücke gibt es noch immer keine belastbare Grundlage in Form eines Verkehrsgutachtens", heißt es.

Zudem, so rieten sie, müsse man zunächst einmal abwarten, welche Auswirkungen etwa die Eröffnung des Sparkassenneubaus am Friedensplatz haben werde. Wie berichtet, sollen dort unter anderem ein Rewe- und ein Elektromarkt einziehen. Außerdem könnten mit der Südüberbauung und dem Nordfeld, für das sich bereits zehn Investoren interessieren, bereits genügend neue Einzelhandelsflächen entstehen.

Für den Fraktionsvorsitzenden des Bürger Bunds Bonn, Bernhard Wimmer, sind die Argumente "widersprüchlich und unverständlich. Gerade das Viktoriakarree ist völlig unproblematisch zu erschließen und von der weiteren Entwicklung des Cityrings nicht betroffen". Er sei für eine schnelle Ausschreibung.