Schicksalsschlag

Viele Bonner wollen schwerkranker Delia helfen

Noch wird Delia in der Klinik behandelt.

Noch wird Delia in der Klinik behandelt.

Bonn. Nach einem Bericht im General-Anzeiger haben sich viele Bonner gemeldet, um der querschnittsgelähmten Delia zu helfen. Die Familie hofft, dass die 15-Jährige nach Hause kommen kann.

Mit so großer Resonanz hatte Markus Lorenz niemals gerechnet. „Ich bin wirklich sehr berührt. Viele Menschen wollen uns helfen, damit wir Delia nach Haus holen können“, sagt der Polizeibeamte aus Röttgen. „Wir haben in den letzten Tagen erfahren, dass geteiltes Leid wirklich halbes Leid ist“, blickt er etwas zuversichtlicher in die Zukunft.

Nachdem im vergangenen Sommer bei seiner heute 15-Jährigen Tochter ein Tumor im Rückenmark entfernt wurde, ist das Mädchen vom Hals an abwärts querschnittsgelähmt. Nach wochenlangem Klinikaufenthalt ist Delia derzeit zur Reha in Brandenburg. In wenigen Wochen wird sie dort entlassen. Wie das Leben dann für die ehemalige Schülerin des Carl-von-Ossietzky-Gymnasiums weitergeht, ist ungewiss, denn das Haus der Familie am Hobsweg in Röttgen ist nicht barrierefrei. Rund 100 000 Euro sind nötig, um das Familiendomizil umzubauen. Geld, das die Familie nicht hat.

Doch jetzt haben Markus Lorenz, seine Frau Denisa und die Geschwister – zwölf und zehn Jahre alt – wieder Hoffnung, dass die Familie mit Delia zusammen leben kann. Nach dem Bericht im General-Anzeiger haben sich mehr als 100 Leser bei Markus Lorenz gemeldet und Hilfe sowie Unterstützung angeboten. „Es gab ganz verschiedene Angebote“, berichtet der Vater. Nicht nur Geld für die Finanzierung des Umbaus oder den Kauf eines Behindertenfahrzeuges wurde angeboten. „Nein“, ergänzt er. „Es haben sich auch verschiedene Handwerker und Architekten gemeldet, die kostenlos bei uns arbeiten wollen.“

Um Delia eine Rückkehr nach Röttgen zu ermöglich, sind auch einige große Spendenaktionen geplant. Gleich mehrmals werden die Rockmusiker von „Sixties United“ aktiv. „Das Schicksal des Mädchens hat uns alle sehr tief bewegt und wir haben spontan beschlossen, in diesem Jahr für sie und ihre Familie zu spielen“, sagen Bea Tradt, Initiatoren des Band-Projektes, und Sänger Jens Hoffmeister. Ebenso spontan folgte Jörg Schlienkamp diesem Ruf. Er organisiert zusammen mit Martin vom Dorp vom Sebastianus-Schützenverein die „Oldie Night“ in Ippendorf am Samstag, 28. April, und mit Bea Tradt das Beatfestival in der Bonner Harmonie am 5. Oktober.

Das Team des Bonner Fitness-First-Studios am Marktplatz wird für die gute Sache kräftig schwitzen. Am kommenden Freitag, Samstag und Sonntag werden die zehn Trainier ihre Honorare spenden. „Zusätzlich bieten wir an diesen Tagen kostenpflichtige Sportevents für unsere Mitglieder an. Dieses Geld ist für die Familie Lorenz bestimmt“, plant Clubmanagerin Anke Althoff. Daneben legt das Unternehmen einen Euro pro Kilometer, den die Hobbysportler auf dem Ski-Ergometer zurücklegen, drauf. Die Sportfreunde Ippendorf versteigern ein Trikot von Jonas Hector für die Familie. „Natürlich kann Delia mit keinem Geld der Welt wieder gesund werden. Aber es hilft , wenn wir sehen, dass unser Schicksal so viele Menschen berührt hat“, sagt Markus Lorenz.

Kontakt zu Markus Lorenz per E-Mail an troy-gentry@arcor.de.