WCCB-Parkhaus

Verwaltung rudert zurück

Noch ist das Parkhaus an der Karl-Carstens-Straße unverkleidet.

BONN. Nach herber Kritik aus den Ratsfraktionen hat die Stadtverwaltung ihren Vorschlag wieder einkassiert, das kommunale Parkhaus am World Conference Center Bonn (WCCB) mit einer "Mikado"-Fassade auszustatten.

Eigentlich sollte die bis zu 1,5 Millionen Euro teure Baumaßnahme am Donnerstag im Rat beschlossen werden. Doch die Verwaltung zog ihre Beschlussvorlage zurück. Sämtliche Fraktionen hatten zuvor erklärt, dass sie wegen der hohen Kosten nicht zustimmen würden.

Das Presseamt begründete die Verschiebung der Entscheidung damit, dass die Verwaltung eine "geeignete Lösung" suchen wolle. "Die Stadt ist bemüht, die baukulturell-gestalterischen Ansprüche und Wirtschaftlichkeitsaspekte zusammenzuführen", erklärte der stellvertretende Stadtsprecher Marc Hoffmann.

Hintergrund: Die "Mikado"-Fassade aus langen farbigen Aluminiumstäben ist in der erteilten Baugenehmigung festgeschrieben. Das Bauordnungsamt hatte nach GA-Informationen vom früheren WCCB-Generalübernehmer Young-Ho Hong eine anspruchsvoll gestaltete Fassade verlangt, weil der mit dem Parkhaus vom prämierten Architektenentwurf abgewichen war.

Nach dem Heimfall ist nun auch die Stadt selbst nach den Regeln der NRW-Bauordnung an die Festlegungen der Baugenehmigung gebunden: Sonst kann keine Endabnahme des Parkhauses erfolgen, das im Moment nur eine vorläufige Betriebserlaubnis hat. Sollte es eine völlig andere Fassade bekommen, wäre das nach Auskunft des Presseamtes rechtlich gesehen nur möglich, wenn ein neuer Bauantrag gestellt würde - den die Stadt als Bauherrin an ihr eigenes Bauordnungsamt richten müsste.