Informationen zur Cop23

Verkehrsprobleme zur Klimakonferenz in Bonn erwartet

Auf dem Gelände in der Bonner Rheinaue wächst die Zeltstadt für die Weltklimakonferenz vom 6. bis 17. November.

Auf dem Gelände in der Bonner Rheinaue wächst die Zeltstadt für die Weltklimakonferenz vom 6. bis 17. November.

Bonn. Bis zu 25.000 Gäste werden vom Wochenende an zur Klimakonferenz der Vereinten Nationen erwartet. Stadtverwaltung und Polizei sind zuversichtlich, dass es nicht zum zweiwöchigen Verkehrschaos kommt.

Allmählich lassen sich die Stunden herunterzählen, bis die Weltklimakonferenz Cop 23 der Vereinten Nationen in Bonn beginnt. Am Samstag wird die erste von mehreren Demonstrationen durch die Stadt ziehen, während zugleich der "Train to Bonn" eine Delegation um Bundesumweltministerin Barbara Hendricks medienwirksam von Berlin nach Bonn chauffieren wird.

Für die Bonner dürfte es Verkehrsbeeinträchtigungen geben. In Vorgesprächen haben sich Vertreter von Stadtverwaltung, Polizei, Bundesumweltministerium und Verkehrsbetrieben aber optimistisch gezeigt: Ein Verkehrschaos werde der Stadt erspart bleiben. Verschwiegen wurde allerdings nicht, dass bestimmte Tage - und bestimmte Bereiche der Stadt - besonderes Augenmerk verdienen. So machen Demonstrationen kurzzeitige Sperrungen unvermeidlich.

Zwischen 6. und 17. November konferieren unter dem Dach der Vereinten Nationen bis zu 25 000 Menschen in Bonn. Räumlich ist die Konferenz auf das Bundesviertel um das WCCB und Teile der Rheinaue begrenzt. Eine Herausforderung dürfte der Transport der Teilnehmer zum Tagungsort sein, zumal viele Delegierte außerhalb Bonns untergebracht sein werden.

 

An- und Abreise

Grundsätzlich gehen die Veranstalter davon aus, dass nur ein geringer Teil der Delegierten mit dem eigenen Auto nach Bonn reisen wird. Allerdings sei zusätzlicher Individualverkehr nicht auszuschließen. "Aus diesem Grund ist vor allem an den Hauptanreisetagen von Freitag, 3. November, bis Sonntag, 5. November, sowie an den Hauptabreisetagen Freitag und Samstag, 17./18.November, mit erhöhtem Verkehrsaufkommen zu rechnen", sagt Thomas Fricke, bei der Stadt für die Verkehrslenkung zuständiger Abteilungsleiter.

Demonstrationen

Bis Mittwoch war unklar, ob es an diesem Samstag eine Demonstration von 1000 Radfahrern auf der Autobahn 555 von Köln nach Bonn geben wird. Gegenüber dieser Zeitung bekräftigte Helmut Pfau, Leitender Polizeidirektor, in diesen Tagen noch einmal die Haltung der Sicherheitsbehörde: "Mit Blick auf die Verkehrslage der gesamten Region können wir diese Demonstration nicht genehmigen", sagt er. Der Veranstalter hatte angekündigt, sein Vorhaben notfalls gerichtlich durchzusetzen. Zwei Werktage bleiben ihm dafür noch.

 

Fest steht, dass an diesem Samstag, 4. November, bis zu 15 000 Demonstranten ab 14 Uhr von der Innenstadt über die Adenauerallee in Richtung WCCB ziehen werden. Zuvor gibt es eine Kundgebung auf dem Münsterplatz.

Ganz besondere Aufmerksamkeit verdient der 11. November: Dann bricht für jecke Zeitgenossen mit dem Karnevalsauftakt nicht nur die fünfte Jahreszeit an. Weil es sich um einen Samstag handelt, könnten auch die Geschäfte in der Innenstadt viel Publikum anziehen. Vor allem aber werden in zwei getrennten Gruppen zudem insgesamt rund 10 000 Demonstranten über City-Ring , Bonner Talweg und Reuterstraße ziehen.

Straßensperrungen

Die gute Nachricht für alle Autofahrer lautet: Permanente Sperrungen, die Teil des Sicherheitskonzepts sind, sollen sich auf die unmittelbaren Konferenzzonen in Gronau und Rheinaue beschränken. Die Innenstadt soll (von den Demonstrationen abgesehen) von Sperrungen verschont bleiben. Auswirkungen hat die Konferenz hingegen auf alle, die im Umfeld der Konferenz wohnen oder arbeiten: Für Anlieger ist die Zufahrt zum Bundesviertel über die Welckerstraße, die Heussallee, die Kurt-Schumacher-Straße und die Fritz-Erler-Straße möglich. Für den Durchgangsverkehr werden diese Straßen gesperrt.

An die großen Arbeitgeber in der Umgebung der Rheinaue hatten die Verantwortlichen im Vorfeld appelliert, sämtliche Möglichkeiten der Heimarbeit zu nutzen. Gleichwohl bleiben die Zufahrten zu den Tiefgaragen der Deutschen Welle, Deutsche Post DHL und der Vereinten Nationen für die Bediensteten erreichbar. Dasselbe gilt für das Johanniterkrankenhaus und das angrenzende Wohngebiet (Johanniterviertel). Der Parkplatz unterhalb des Krankenhauses wird vorübergehend nicht nutzbar sein.

Zudem werden die Heussallee (ab der Einmündung zur Winston-Churchill-Straße) und die Kurt-Schumacher-Straße (in Höhe der Heinrich-Brüning-Straße) voll gesperrt. Eine Ausnahme gilt für Anlieger. Wichtig für alle Autofahrer aus Richtung Reuterbrücke: Am Bundeskanzlerplatz wird die Fahrspur in Richtung Heussallee gesperrt und nur für den Anliegerverkehr freigegeben.

Radfahrer

Bereits seit einiger Zeit ist die Charles-de-Gaulle-Straße komplett gesperrt. Mit dem Rad befahrbar bleiben das komplette Rheinufer und die Wege durch die Rheinaue. Doch Vorsicht: Hier ist ungewohnter Gegenverkehr möglich - in Gestalt der dort pendelnden Elektrobusse.

Polizeikontrollen

Die Polizei wird rund um das WCCB und die Rheinaue mit uniformierten und zivilen Beamten unterwegs sein. Es könne zu Fahrzeug- und Personenkontrollen kommen, teilte die Behörde im Vorfeld mit. Personalausweis, Führer- und Fahrzeugschein sollten dort deshalb mitgeführt werden.

Halteverbote

In Nähe des Tagungsortes wird die Stadt Halteverbote einrichten - etwa in einem Abschnitt der Kennedyallee, weil dort Pendelbusse halten werden.

Bahnverkehr

Viele Konferenzteilnehmer werden während der beiden Wochen aus dem nördlichen oder südlichen Umland nach Bonn hineinpendeln. Das bedeutet mehr Publikumsverkehr in Zügen und auf Bahnsteigen. Eine besondere Erschwernis besteht in Schienen- und Gleisarbeiten im Kölner Westen und Süden. Somit muss besonders auf der Strecke zwischen Köln und Bonn mit Verspätungen gerechnet werden. Vorsichtshalber warnen die Verkehrsbetriebe schon einmal: "Reisenden und Pendlern wird empfohlen, mehr Zeit einzuplanen und ihre Reise so weit wie möglich auf Zeiten außerhalb der Hauptverkehrszeiten zu verlegen." Allerdings versichert Holger Klein vom Verkehrsverbund Nahverkehr Rheinland (NVR) auch: "Was auf der Schiene ist, wird rollen."

Beueler Bahnhof

Zur Entlastung der linksrheinischen Strecke und des Bonner Hauptbahnhofs - wo übrigens für die Zeit der Konferenz die laufenden Bauarbeiten ruhen sollen - dient der Beueler Bahnhof: Dort werden während der Konferenz wohl die meisten Fernzüge aus Richtung Norden halten, was für viele Reisende ein Umsteigen in die Straßenbahn gen Innenstadt und damit eine Verlängerung der Reisezeit bedeuten wird. Für Fernreisende aus Richtung Süden ändert sich nichts.

Neue Haltestelle

Große Hoffnungen setzen die Organisatoren in die neue Bahnhaltestelle UN-Campus, über die ein großer Teil der Gipfelteilnehmer an- und abreisen soll. Für die Zeit der Konferenz werden die Linien RE 5 (DB Regio NRW), RB 26 (Transregio), RB 48 (National Express) und RB 30 (DB Regio NRW) den neuen Haltepunkt in beiden Richtungen anfahren. Dort warten Pendelbusse auf die Konferenzteilnehmer. Zudem richten die Stadtwerke drei Sonderlinien für Shuttlebusse, etwa zum Flughafen, ein.

Aktuelle Informationen

Die Bonner Polizei hat unter 02 28/15 30 30 ein Bürgertelefon eingerichtet. Informationen über die aktuelle Verkehrslage gibt es außerdem im Internet unter bonn.polizei.nrw sowie unter bonn.de. Näheres zur Situation in Bussen und Bahnen: unter swb-busundbahn.