Bonner Hauptbahnhof

Verkehrsclub sieht Gefahr für Reisende

Zu Stoßzeiten ist der Bahnsteig zwischen Gleis zwei und drei überfüllt. Bei einfahrenden Zügen gilt es, vorsichtig zu sein. Bahnsteig an Gleis 1 am Hauptbahnhof steht wegen der Dachsanierung nicht zur Verfügung.

Zu Stoßzeiten ist der Bahnsteig zwischen Gleis zwei und drei überfüllt. Bei einfahrenden Zügen gilt es, vorsichtig zu sein. Bahnsteig an Gleis 1 am Hauptbahnhof steht wegen der Dachsanierung nicht zur Verfügung.

BONN. Wolfgang Groß hat sich die Situation auf Gleis zwei und drei am Bonner Hauptbahnhof genau angeschaut. Der Vorsitzende des Verkehrsclubs Bonn/Rhein-Sieg sieht „eine Gefahr für Reisende bei durchfahrenden Zügen“.

Gerade bei größerem Andrang könnten Fahrgäste zu nah an den Bahnsteigrand geraten und durch einen Luftsog erfasst werden. Groß hat deshalb an die Deutsche Bahn geschrieben und seine Beobachtungen dargelegt. Doch die sieht zum jetzigen Zeitpunkt keinen Grund zum Handeln. Die Bahn hat Gleis eins bis 2019 wegen einer umfangreichen Dachsanierung gesperrt. Der meiste Bahnverkehr wird seitdem über die Gleise zwei und drei abgewickelt.

Entsprechend voll ist es vor allem zu den Hauptverkehrszeiten am Morgen, am Nachmittag und frühen Abend. Genau wie Groß sieht auch Hans-Hermann Heyland von der Behinderten-Gemeinschaft Grund zur Klage. „Das ist alles viel zu eng und die Züge fahren zu schnell.“ Der VCD-Vorsitzende regt gegenüber der Bahn an, die Höchstgeschwindigkeit für durchfahrende Züge zu drosseln und Güterzüge über das Gleis vier fahren zu lassen. „Es handelt sich dabei nicht um wenige Züge, denn auch bedingt durch Bauarbeiten auf der rechten Rheinseite werden wohl in diesem Jahr mehr Güterzüge durch Bonn Hauptbahnhof fahren müssen“, sagt Groß.

Die Bahn sieht keine Notwendigkeit, ihr Sicherheitskonzept zu überarbeiten. Beschwerden gebe es kaum. Ein Bahnsprecher teilte auf Anfrage mit: „Das Bauvorhaben sowie die Betriebsführung wurden weit vor Projektbeginn dem Eisenbahnbundesamt (EBA) als zuständiger Aufsichtsbehörde vorgestellt.“ Die Sicherheit am Bahnsteig sei vorab über ein „Simulationstool“ kontrolliert worden. Ein Eisenbahnbetriebsleiter habe bei einer Überprüfung keine Gefährdungen festgestellt, so der Bahnsprecher. Man arbeite mit zuggenauen Warnansagen, Sicherheitslinien und Hinweisschildern und rate den Reisenden per Durchsage, die volle Länge der Bahnsteige auszunutzen.

Das EBA als Aufsichtsbehörde hat bei dem vorgelegten Sicherheitskonzept keine Bedenken und sieht entsprechend keinen Grund für eine Absenkung der Geschwindigkeit durchfahrender Züge, die bis zu 100 Stundenkilometer schnell sein dürfen. „Natürlich ist die Bauherrin verpflichtet, ihr Sicherheitskonzept konsequent umzusetzen und es im Falle neuer Erkenntnisse aus dem laufenden Betrieb erforderlichenfalls fortzuentwickeln“, sagte EBA-Sprecher Moritz Huckebrink. Man werde die Situation im Hauptbahnhof noch einmal näher betrachten.