Beethovenhalle

Verein stellt restauriertes Modell aus

Unter der Plexiglashaube: Restaurator Marcus Mrass (rechts) erklärt einem Besucher die aufwendigen Arbeiten am Modell.

BONN. Viele Jahrzehnte lag das Modell unbeachtet im Keller der Beethovenhalle, versteckt hinter Dachlatten, die man aus unerklärlichen Gründen nach der Sanierung des Speichers vor 20 Jahren gesichert hatte.

Nur durch Zufall entdeckten Studenten des Kunsthistorischen Seminars das Modell, das der Architekt Siegfried Wolske vor Jahrzehnten unter anderem dem damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss vorstellte. Logisch, dass der Verein ProBeethovenhalle dieses Schätzchen sichern wollte. Doch das Modell war durch Dreck und Feuchtigkeit arg mitgenommen. Es war eine Frage der Ehre für den rührigen Verein, das Modell restaurieren zu lassen. Jetzt steht es im Foyer der Beethovenhalle. In kleiner Runde stieß man auf die Sicherung des historischen Modells an.

Diese kleine Entdeckungsgeschichte erzählte Vorsitzender Reinhard Rösler, der sich angesichts des Ratsbeschlusses, die Beethovenhalle von Grund auf zu sanieren, sehr zufrieden zeigte. Um die Einweihung des Modells von 1954 noch einen Tick feierlicher zu gestalten, verlas Geschäftsführer Hans Hinterkeuser die Rede, die Wolske bei der Schlüsselübergabe der Halle hielt: "Das Wesen dieses Baus ist in besonderer Weise mit der Gesellschaft und ihren spezifischen Aufgaben in ihrer eigenen Sache, der Kultur, verbunden.

Wenn das Ziel der Kultur nicht ein ästhetisches ist, so kann es nur darin liegen, die Menschen zueinanderzubringen", hieß es etwa darin. Auch die Tradition war dem vor neun Jahren verstorbenen Architekten wichtig. Aber: "Tradition muss verstanden werden, nicht bloß als Verbindung zur Vergangenheit, sondern auch zum Künftigen." Kulturdezernent Martin Schumacher griff das gerne auf und versprach, sich für eine respektvolle Sanierung der Halle und die Erhaltung des Geländes einzusetzen. Letztlich, so Schumacher, diene die Beethovenhalle auch "der Gedächtnisbildung". "Neues", sagte er mit Blick auf ein mögliches neues Festspielhaus in unmittelbarer Nachbarschaft, müsse sich "am Bestehenden orientieren".