Versuchter Bombenanschlag am Bonner Hauptbahnhof

Verdacht gegen Marco G. erhärtet sich

Ermittler suchen im Bonner Hauptbahnhof nach Spuren. (Archivbild)

KARLSRUHE. Der stellvertretende Generalbundesanwalt Rainer Griesbaum hat nach einem Bericht des Südwestrundfunks bestätigt, dass der Bonner Marco G. verdächtigt wird, einen Bombenanschlag im Bonner Hauptbahnhof geplant zu haben.

Zwar gebe es keine neuen Indizien, sagte der Pressesprecher des Generalbundesanwalts, Marcus Köhler, am Freitag dem General-Anzeiger. Dennoch „haben sich nach intensiven Ermittlungen der Bundesanwaltschaft und der Bundeskriminalamts die Verdachtsmomente gegen den 26-jährigen deutschen Staatsangehörigen Marco G. erhärtet“.

Der SWR berichtet von einer Jacke, die Ermittler im März in G.s Wohnung gefunden haben sollen. Sie soll der Jacke entsprechen, die ein auf einem Video im Hauptbahnhof gefilmter Verdächtiger trägt.

G. sitzt seit März in Untersuchungshaft, da gegen ihn auch im Zusammenhang mit den Attentatsplänen auf den Pro-NRW-Vorsitzenden Markus Beisicht ermittelt wird. Der zuletzt in Bonn-Tannenbusch wohnhafte Beschuldigte ist laut Köhler verdächtig, die Tasche mit dem Sprengsatz am Bahnsteig zum Gleis 1 am 10. Dezember 2012 abgestellt zu haben.

Aufgrund einer Gesamtschau aller Indizien sei davon auszugehen, dass es sich um einen zündfähigen Sprengsatz handelte, der im Falle einer Detonation Menschen auf dem Bahnsteig hätte töten können, sagte Köhler. Die Ermittlungen dauerten an, „insbesondere kann die Frage der möglichen Tatbeteiligung weiterer Personen aus dem militant-salafistischen Umfeld noch nicht abschließend beurteilt werden“.