Ausstellung in der Studentenbibliothek

Uni Bonn eröffnet Universitätsmuseum

Das Heliometer zur Vermessung von Himmelskörpern ist Blickfang in der Ausstellung zur Geschichte der Universität Bonn, die seit gestern in der ehemaligen Studentenbibliothek zu sehen ist.

BONN. Ein "Schaufenster zur Wissenschaft" ist das neue Universitätsmuseum, das die Uni Bonn gestern in der ehemaligen Studentenbücherei im Hauptgebäude eröffnet hat. Wer fast 200 Jahre Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte auf 200 Quadratmetern unterbringen will, braucht Mut zur Lücke.

Ein restaurierter, roter Rektormantel darf trotzdem nicht fehlen. Über den freute sich Uni-Rektor Jürgen Fohrmann gestern besonders. Er wünscht sich, dass das neue Museum "ein Ort der Begegnung, des akademischen Austauschs und der Einsicht in verschiedene Fachkulturen" wird.

Die Ausstellungsmacher um Archivleiter Thomas Becker haben Schaukästen und Tafeln zur Unigeschichte in die alten Bibliotheksregale eingebaut. Ein Zeitstrahl zeigt Bilder berühmter Studenten von Heinrich Heine bis Guido Westerwelle. Auffälligstes Objekt ist ein Heliometer, ein großes Fernrohr, mit dem Friedrich Wilhelm Argelander bei der "Bonner Durchmusterung" Himmelskörper vermessen hat. Um die sieben Fakultäten vorzustellen, gibt es tischförmige Vitrinen zu konkreten Forschungsthemen, die an die Schreibtische der Wissenschaftler erinnern sollen. Hier werden Frage wie "Wie fängt man ein Atom?" beantwortet: Lösung war die Ionenfalle des Bonner Teilchenphysikers und Nobelpreisträgers Wolfgang Paul.

Die Universität Bonn habe bereits mehr eigene Museen als jede andere in Deutschland, aber keins, in dem die Uni selbst zum Thema werde, sagte Thomas Becker. Er ist heute froh, dass er sich nicht bescheiden in sein Archiv zurückgezogen hat, sondern seinen "Traum vom Fenster zur Wissenschaft" wahr machen konnte.

Die Studentenbibliothek musste dafür von Grund auf saniert werden. Dabei gab es manche Überraschung, zum Beispiel dass das Gewölbe kein Gewölbe ist, sondern ein mit Gips verkleidetes Rohrgeflecht. Die Atmosphäre der alten Bibliothek schafft jetzt stimmig den Rahmen für etwas Neues. Sogar eines der 1950er-Jahre-Sofas, die den Besuchern des Lesesaals so ans Herz gewachsen waren, hat den Weg ins Museum geschafft.