Klebeaktion in der Bonner Altstadt

Unbekannte taufen Straßen zu Ehren des Alle-mal-malen-Manns um

Bonn. Unbekannte haben am Donnerstagabend Straßenschilder der Altstadt mit Papierschildern versehen. Dort steht "Alle-mal-malen-Mann-Straße". Anfang der Woche haben die Sozialliberalen einen Antrag zu dem Thema gestellt.

Nach dem Tod des Alle-mal-malen-Manns Jan Loh geht seine Verehrung weiter. So haben Unbekannte am späten Donnerstagabend ein Straßenschild an der Ecke Breite Straße/Dorotheenstraße mit einem Papierschild versehen, auf dem "Alle-mal-malen-Mann-Straße" steht. Auch vor der Pinte wurde ein Schild überklebt.

Anfang dieser Woche war bekannt geworden, dass Loh bereits vergangene Woche im Alter von 86 Jahren gestorben war. Loh war über viele Jahre an fast jedem Abend durch die Bonner Kneipen gezogen, war oft auf seinem klapprigen Fahrrad unterwegs, um Gruppen in den Bars für ein paar Euro zu zeichnen. Seine Einleitungsfrage "Alle mal malen hier?" hatte ihn bekannt gemacht.

Am vergangenen Montag hatten die Sozialliberalen im Bonner Stadtrat einen Antrag gestellt, eine Straße nach dem "Alle-mal-malen-Mann" zu benennen. In dem Antrag heißt es wörtlich: "Die Verwaltung wird gebeten, eine Straße nach dem verstorbenen "Bonner Original" Jan Loh ("Alle mal malen Mann") zu benennen. Sollte dies nicht möglich sein, wird er in die Benennungsliste des Rates für die Benennung städtischer Straßen, Wege und Plätze aufgenommen." Als Begründung führen die Antragsteller an, dass Jan Loh in der Bonner Kneipenszene "eine Berühmtheit" gewesen sei. "Abend für Abend" sei er "durch Bonner Kneipen und Cafés gezogen" und habe für kleines Geld die Menschen skizziert, ihre Handschriften und Träume gedeutet und ihre Gesichter analysiert.

 

Über den Antrag soll nun die Bezirksvertretung Bonn in ihrer Sitzung am 10. April beraten, eine Entscheidung könnte der Hauptausschuss des Bonner Stadtrats dann bei seiner Sitzung am 26. April treffen.