Quantensprung der Bonner Feuerwehr

Umstellung auf moderne Funkgeräte

Hier läuft der Funkverkehr auf: Blick in die Leitstelle der Bonner Feuerwehr am Lievelingsweg.

Hier läuft der Funkverkehr auf: Blick in die Leitstelle der Bonner Feuerwehr am Lievelingsweg.

Bonn. Eine Million Euro für den Digitalfunk der Feuerwehr: Die analogen Geräte sind über 30 Jahre alt. Die Ausfälle durch Materialalterung häufen sich.

Nach der Polizei will jetzt auch die Bonner Feuerwehr auf Digitalfunk umstellen. Das Projekt kostet nach ersten Schätzungen rund eine Million Euro. Es wird offenbar auch höchste Zeit. Die analoge Funktechnik, mit der die Einsatzkräfte der Feuerwehr und der Rettungsdienste untereinander und mit der Leitstelle am Lievelingsweg Kontakt halten, ist nach Angaben der Feuerwehr schon mehr als 30 Jahre alt. Fällt sie aus, kann sie nicht mehr betriebssicher instand gesetzt werden, weil es weder Ersatzteile noch Fachleute für die alten Geräte gibt. So steht es in einer Beschlussvorlage der Stadtverwaltung.

„Ausfälle durch Materialalterung“ hätten sich gehäuft. Bund und Länder haben in den vergangenen Jahren ein zentrales Digitalfunknetz für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben aufgebaut. Bis 2019 müssen alle Nutzer bundesweit umgestellt sein; analoge Frequenzzuteilungen laufen aus.

Allerdings zieht sich die Einführung des Digitalfunks schon seit einem Jahrzehnt hin. Die Bonner Feuerwehr habe den Austausch der Technik deshalb in den vergangenen Jahren zurückgestellt, heißt es bei der Stadt. Jetzt läuft das Verfahren an. Nachdem der Bau- und Vergabeausschuss schon im November zugestimmt hatte, hat die Stadt die Ausschreibung für die Funkgerätetechnik veröffentlicht.

Anschließend sollen Hardwarekomponenten für die Fahrzeugnavigation und der Einbau der Technik ausgeschrieben werden. Die Feuerwehr plant, mit der Fahrzeugumrüstung im vierten Quartal diesen Jahres zu beginnen.

Insgesamt müssen 159 Fahrzeugfunkanlagen, acht Tisch- und 306 Handfunkgeräte gekauft werden. Außerdem sollen 53 Navigationssysteme beschafft werden, die an den Digitalfunk angeschlossen werden können. Seit 2006 hat die Feuerwehr ein System im Einsatz, das einen separaten Bordrechner benötigt. Das habe sich allerdings als „technisch fehleranfällig und hinsichtlich der Datenübertragung als kostenträchtig“ erwiesen.