Vereinte Nationen

UN-Kampagnenbüro zieht von New York nach Bonn

Magdy Martínez-Solimán, Assistant Secretary-General der Vereinten Nationen (l.), und Staatssekretär Friedrich Kitschelt unterzeichnen die Absichtserklärung.

Magdy Martínez-Solimán, Assistant Secretary-General der Vereinten Nationen (l.), und Staatssekretär Friedrich Kitschelt unterzeichnen die Absichtserklärung.

BONN. Es gibt Zuwachs auf dem UN-Campus: Noch in diesem Jahr wird das zentrale Kampagnenbüro für die neuen weltweiten Nachhaltigkeitsziele, die „UN SDG Action Campaign", in Bonn eröffnet.

Am Dienstag unterzeichnete der Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Friedrich Kitschelt, in Bonn gemeinsam mit Magdy Martínez-Solimán, Assistant Secretary-General der Vereinten Nationen, eine Absichtserklärung, das Büro von New York nach Bonn zu holen.

Je länger Friedrich Kitschelt spricht, desto euphorischer wird der Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Das neue Kampagnenbüro der UN sei ja sowas wie die Sperrspitze des UNDP, und da sei es doch nur konsequent, das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (United Nations Development Programme) ganz nach Bonn zu holen. Nur ein Scherz? Magdy Martínez-Solimán lächelt jedenfalls höflich.

Der stellvertretende Generalsekretär der Vereinten Nationen in New York und Direktor des UNDP-Büros für Politik- und Programmunterstützung war gestern in offizieller Sache in Bonn. Er und der Staatssekretär unterzeichneten eine Absichtserklärung zur Förderung der „UN SDG Action Campaign“ sowie für den Umzug des Kampagnenbüros von New York nach Bonn.

Zunächst fünf Mitarbeiter

Das zentrale Kampagnenbüro für die neuen weltweiten Nachhaltigkeitsziele, die „UN SDG Action Campaign“, soll noch in diesem Jahr im Haus Carstanjen eröffnet werden. Der Direktor der SDF Action Campaign, Mitchen Toomey, der ebenfalls eigens aus New York angereist war, sagte, das Büro werde zunächst mit fünf Mitarbeitern eröffnet.

Einer ist bereits seit Januar in Bonn und begleitete die Verhandlungen zwischen BMZ, Auswärtigem Amt und der UN um die Ansiedlung des prestigeschweren Büros. Xavier Longan wird helfen, das Büro aufzubauen, in dem etwa 20 Mitarbeiter tätig sein werden – keine große Organisation, aber eine, „die Strahlkraft in die ganze Welt haben wird“, wie Martínez-Solimán sicher ist.

Die Bedeutung des Büros und seines neuen Standorts beschreibt Toomey so: „Die Welt schaut auf Bonn, weil es ein Symbol für Nachhaltigkeit ist. Uns war es wichtig, diese wichtige Kampagne von Bonn aus zu starten, weil es einfacher ist, solch ein abstraktes Thema am beispiel solch einer Stadt zu demonstrieren.“

"Globales Programm mit 700.000 Aktivisten"

Das SDG Büro soll, so lautet der Auftrag der UN, in den nächsten Jahren bis zu zwei Milliarden Menschen mit der Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung mit ihren 17 Zielen (SDGs) vertraut zu machen. „Dazu werden wir in dem globalen Programm 700.000 Aktivisten zusammenstellen“, so Toomey.

Die „UN SDG Action Campaign“ wurde auf Initiative des UN-Generalsekretärs Ban Ki Moon ins Leben gerufen, um die im letzten Herbst verabschiedete Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung international in die Öffentlichkeit zu tragen. Der gestern unterzeichneten Vereinbarung zufolge wird die UN-Kampagne von der Bundesregierung mit bis zu 3,5 Millionen Euro unterstützt.

Das Auswärtige Amt trägt die Ansiedlungskosten für Büro und das Personal, das BMZ finanziert die sogenannte Projektförderung. Das Geld ist als erste Tranche bis Ende 2018 gedacht. Das Gesamtbudget wird übrigens durch Beiträge aus Südkorea, Australien, Kanada, Japan, Frankreich, der Schweiz, Schweden und Großbritannien gesichert.