Gedenkfeier in Friesdorf

Trauerfeier für Jens Bleck

Pfarrer Siegfried Eckert spricht am Freitagabend auf der Gedenkfeier für Jens Bleck zu den Trauernden.

Pfarrer Siegfried Eckert spricht am Freitagabend auf der Gedenkfeier für Jens Bleck zu den Trauernden.

Friesdorf. In kleinem Kreis gedachten Angehörige und andere Trauergäste am Freitagabend in der Friesdorfer Pauluskirche des vor vier Jahren auf rätselhafte Weise ums Leben gekommenen Jurastudenten Jens Bleck. Es herrscht weiterhin quälende Ungewissheit über die Hintergründe seines Todes.

Viele Spuren und eine Menge Merkwürdigkeiten – eine Lösung des Falls um den mysteriösen Tod des 19-jährigen Jens Henrik Bleck aus Bad Godesberg scheint noch in weiter Ferne. Für Blecks Angehörige herrscht weiterhin quälende Ungewissheit über die Hintergründe des Todes des Jurastudenten in jener rätselhaften Nacht. Das wurde auch am Freitagabend bei einer Gedenkfeier in der evangelischen Pauluskirche in Friesdorf deutlich. Pfarrer Siegfried Eckert, der vor vier Jahren auch die Trauerfeier für Bleck gehalten hatte, lud „alle, die das Schicksal von Jens Bleck nicht zur Tagesordnung übergehen lässt“, auch im Namen der Eltern ein.

Mit dabei war auch Jens' Vater, der mit Tränen in den Augen am Rande der Gedenkfeier sagte, dass es auch vier Jahre danach immer noch ein schwerer Gang für ihn sei, er aber überaus dankbar für die erwiesene Anteilnahme sei. Diese Anteilnahme zeigte auch eine Besucherin, die die Familie selbst nicht kennt. Sie vermute, dass Jens Bleck für etwas gekämpft habe, was ihm selbst zum Verhängnis wurde.

„Bis heute ist noch kein Licht ins Dunkel der Ermittlungen gekommen“, sagte Eckert. „Die nicht abgeschlossenen Untersuchungen sind eine Barriere, die verhindern, dass die Eltern ihre Trauer nach so langer Zeit endgültig abschließen und Abschied von ihrem Sohn nehmen können.“ Bei dem Gottesdienst, der laut Eckert bewusst in kleinem Rahmen in der Gemeinde gehalten wurde, in der Jens Bleck lebte, standen Trauer und Abschied im Mittelpunkt.

Nach der Gedenkfeier berichtete die „Initiative Jens Bleck – Bürger fordern Klarheit“ über den Stand ihrer Arbeit. „Wir hatten vergangene Woche ein enttäuschendes Gespräch mit der Staatsanwaltschaft“, so Jan Maresch von der Initiative, die sich für die Aufklärung der Geschehnisse einsetzt. „Man teilte uns mit, dass die Ermittlungen schwierig seien, es habe sich an der Lage nichts verändert. Die für entscheidende Hinweise ausgelobten Spenden seien noch nicht ausgegeben worden, fügte er an. Notfalls wolle man private Ermittler beauftragen.

Die Staatsanwaltschaft hält sich zu aktuellen Entwicklungen bedeckt. „Die Ermittlungen dauern an“, antwortete Sprecher Robin Faßbender am Freitag auf eine Anfrage des GA. Deshalb könne er keine weiteren Auskünfte zu dem Thema geben.