Bebauung des Viktoriakarrees

Tiefgaragenausfahrt am Bischofsplatz soll verschwinden

Die Tiefgaragenausfahrt am Bischofsplatz soll verschwinden.

BONN. CDU, SPD und FDP gehen in Sachen Viktoriakarree eine Interessenskoalition ein. Die drei Fraktionen haben für die erste Ratssitzung nach der Sommerpause Eckpunkte für das bevorstehende Bebauungsplanverfahren benannt.

Klar ist nun, dass sich eine Ratsmehrheit wohl von der autofreien Zone zwischen Altem Rathaus und Stockentor verabschiedet hat.

Die drei Fraktionen wollen vor allem die Ausfahrt der Markt-Garage am Bischofsplatz schließen. Diese könnte dann in die Franziskaner- oder Stockenstraße verlegt werden, so der Wunsch von CDU, SPD und FDP. Wie berichtet, plant die Signa die Einfahrt in die neue Viktoria-Garage in der Rathausgasse. Laut Antrag soll alternativ auch eine gemeinsame Garageneinfahrt zur Viktoria- und Markt-Garage über den Belderberg geprüft werden. Außerdem soll ein Kreisverkehr auf der Kreuzung Belderberg und Rathausgasse geprüft werden.

Der Antrag sieht außerdem eine maximale Höhe des neuen Einkaufszentrums vor. Es soll die First- und Traufhöhen des Unihauptgebäudes nicht überschreiten. Neben dem vorgesehenen Einzelhandel, Gastronomie und Philologischer Bibliothek soll "eine Wohnnutzung im gesamten Quartier erhalten" bleiben.

"Es sind bereits 22 Wohnungen weggefallen, und es werden bestimmt noch mehr werden. Da nutzt so eine schwammige Formulierung im Antrag nichts", so Hartwig Lohmeyer (Grüne). Wie berichtet, haben die Grünen das Bauvorhaben abgelehnt. Ihr Antrag, das Verfahren nach der europaweiten Ausschreibung "ergebnislos" einzustellen, fand erwartungsgemäß keine Mehrheit im Rat. Stadtbaurat Werner Wingenfeld hatte im nichtöffentlichen Teil eine Mitteilung vorgelegt, wonach er auf die rechtliche Bindung der Vergabe hinwies.

Lohmeyer bezweifelt diese rechtliche Einschätzung: "Wenn solch eine Ausschreibung der Kommune wirtschaftlich nichts bringt, dann ist das Grund genug, aus dem Verfahren auszusteigen. Ich gehe davon aus, dass das noch ein ganz großes Minusgeschäft für die Stadt geben wird." Geärgert haben sich einige der Grünen wohl auch über eine Stellungnahme der Stadtverwaltung kurz vor der Abstimmung über die Vergabe des Nordfelds gegenüber dem Hauptbahnhof.

Offensichtlich sind die Überschreitungen der Baugrenzen des Projektes Urban Soul nämlich doch gravierender als bisher von der Verwaltung immer vorgegeben. "Die sind jedenfalls so groß, dass einige in unserer Fraktion der Vergabe nicht zustimmen konnten", begründet Lohmeyer das überraschende Abstimmungsergebnis.