Ermittlungen gegen IS-Terrormiliz

Terror-Fahnder durchsuchen Wohnung in Tannenbusch

Die Ermittler stellten bei der Razzia in Bonn-Tannenbusch umfangreiches Beweismaterial sicher.

Bonn. Terror-Fahnder haben heute Morgen eine Wohnung in Bonn-Tannenbusch durchsucht. Der Grund: Der Mieter der Wohnung, Semir C., wird verdächtigt, die Terror-Miliz „Islamischer Staat" (IS) unterstützt zu haben.

Der in Tannenbusch lebende Mann soll mit Hilfe von Internet-Propaganda neue Mitglieder für die Terror-Organisation geworben zu haben.

Bei der Razzia, die auf Ersuchen des Bundesinnenministeriums erfolgte, stellten die Ermittler umfangreiches Beweismaterial sicher. So wurde auch ein Computer beschlagnahmt. Die Beamten durchsuchten außerdem das Auto des Beschuldigten. Nach Angaben der Ermittler wird es mehrere Tage dauern, bis das sichergestellte Material ausgewertet wird.

Bereits Ende September hatten Fahnder die Wohnung des Hasspredigers Izzudin J. in Tannenbusch im Rahmen einer bundesweiten Razzia gegen Salafisten durchsucht. Auch er soll zusammen mit weiteren Verdächtigen die IS unterstützt haben, indem sie der Terrormiliz Fahrzeuge lieferten. Laut bayrischem Justizministerium gebe es Hinweise, dass unter anderem ein aus Benefizveranstaltungen finanzierter Krankenwagen von Deutschland nach Syrien gebracht und dort zu einer Art militärischem Mannschaftswagen mit montierter halbautomatischer Schusswaffe umgebaut worden sein soll. Bei den Durchsuchungen waren Beweismittel wie PCs, Festplatten, CDs und USB-Sticks sichergestellt worden.

NRW gilt als Hochburg der Salafisten in Deutschland. Von den rund 6600 Anhängern bundesweit leben 1800 in diesem Bundesland. Von den mehr als 400 Deutschen, die nach Syrien oder in den Irak gereist sind, um sich am "Heiligen Krieg" zu beteiligen, stammen laut Landesinnenministerium rund 130 aus Nordrhein-Westfalen. Zu den Hochburgen der Salafisten-Szene zählen unter anderem Bonn, Solingen, Dinslaken oder Mönchengladbach. Allein aus Bonn sollen rund 40 der aus NRW nach Syrien ausgereisten Salafisten stammen.

Mehr zur heutigen Razzia in Tannenbusch lesen Sie in der morgigen Ausgabe des General-Anzeigers!