Wetterdienst warnt weiter vor Hitze

Temperatur in Bonn soll auf 38 Grad steigen

Bonn. Die Bonner schwitzen und die Temperaturen steigen noch weiter. Am Donnerstag sollen die Temperaturen in Bonn bis zu 38 Grad erreichen. Der Bonner Klimatologe Karsten Brandt rechnet mit 100 Sommertagen mit jeweils mehr als 25 Grad.

Bonn und die Region schwitzen weiter: Der Deutsche Wetterdienst rechnet auch am Donnerstag mit einer starken Wärmebelastung und hat die seit Dienstag geltende amtliche Wetterwarnung vor Hitze bis Donnerstag, 19 Uhr, verlängert.

Hoch Helmut hat es in sich. Es beschert uns die nächsten Tage eine Hitzewelle mit Temperaturen, die unter Umständen sogar an der 40-Grad-Marke kratzen könnten. Davon ist zumindest Karsten Brandt überzeugt. Der Bonner Klimatologe und Geschäftsführer von Donnerwetter.de spricht bereits von einem Rekordsommer, der nicht nur den Menschen in Bonn und der Region, sondern beinahe in ganz Deutschland so viele Sonnentage beschert wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

„Wir verzeichnen zurzeit eine außergewöhnlich stabile Wetterlage“, erklärte Brandt am Montag im GA-Gespräch. Hintergrund: Weil das Hoch über Skandinavien die Westwinde blockiert, die normalerweise in unseren Breitengraden für kühlere Luft und Regen sorgen, erleben wir hierzulande laut Brandt einen ungewöhnlich warmen und trockenen Sommer. Bis Ende der Woche werden es seit April 74 Sommertage mit einer Temperatur von jeweils mehr als 25 Grad sein. „Normal für einen Sommer bei uns sind 25 Tage über 25 Grad Celsius.“ Im Juli seien die Temperaturen bisher lediglich an zwei Tagen unter 25 Grad gesunken. Zudem hat die Sonne im Juli bisher im Schnitt elf Stunden pro Tag geschienen.

Brandt geht  derzeit davon aus, dass diese stabile Wetterlage wohl bis in den August anhalten wird, so dass Meteorologen und Statistiker bis Ende August sogar an die 100 Sommertage zählen könnten. „Das wäre ein Rekord, der alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen würde“, sagt Brandt. Ein deutliches Zeichen für den weltweiten Klimawandel, ist er überzeugt.

War die Hitze bisher einigermaßen erträglich, weil es nicht zuletzt in den Nächten deutlich abkühlte, prognostiziert Brandt für diese Woche regelrechte Hundstage. „Die Werte werden erstmals über 36, 37 Grad steigen.“ Heißt: Nachts wird es deutlich unangenehmer, weil vor allem in den dicht bebauten Gebieten wie in der Innen-, Nord- oder Südstadt das Thermometer nicht mehr unter 22, 23 Grad fallen wird. Für alle, die Urlaub haben und nicht arbeiten müssen, sind da der Schwimmbadbesuch oder ein See in der Nähe ein guter Tipp. Viel Trinken (siehe „Tipps gegen die Hitze“) ist eh für alle oberste Pflicht.

 

Wasserversorgung ist nicht in Gefahr

Die Wasserversorgung: An Wasser wird es laut Michael Henseler von der Stadtwerke-Pressestelle in Bonn nicht mangeln. „Wir beziehen das Wasser für die Bonner Bürger von der Wahnbachtalsperre und haben von dem Wahnbachtalsperrenverband (WTV) die Information erhalten, dass für die nächsten zwölf Monate genügend Trinkwasser gespeichert ist und obendrein die Grundwasserspeicher gut gefüllt sind“, sagt Henseler. Und da das Wasser vom WTV bekanntlich gut ist, kann man es ohne Bedenken direkt aus dem Wasserhahn trinken. Nichts anderes schenken die SWB aus ihrem Wasserwagen aus, der ab nächster Woche wieder täglich auf dem Münsterplatz stehen wird, um die durstigen Passanten zum Nulltarif zu erfrischen.

Busse und Bahnen: „Viel trinken“, das raten die SWB auch ihren Fahrerinnen und Fahrern, die bei der Hitze mit Bussen und Bahnen in der Stadt unterwegs sind. Klimatisiert sind laut Henseler lediglich einige Stadtbahnen. In allen anderen Fahrzeugen muss der Fahrtwind für die nötige Kühlung ausreichen. Henseler: „Gut die Hälfte unserer Busse ist zwar mit einer Temperierungsanlage ausgestattet, die kühlt jedoch höchstens um zwei Grad herunter, was bei hohen Temperaturen so gut wie nicht mehr zu spüren ist.“

Die Energieversorgung: Keine Sorgen mus man sich nach Angaben von SWB-Sprecher Michael Henseler machen, dass womöglich die Strom- und Gasleitungen unter der großen Hitze leiden könnten. „Sie liegen so tief unter der Erde, dass selbst Asphaltverwerfungen den Leitungen nichts anhaben können“, versichert Henseler. Störfälle hätten in der Regel ganz andere Gründe, etwa durch Wassereinbrüche. Selbst die Schienen der Bahnen nähmen bei großer Hitze keinen Schaden, auch wenn der Asphalt aufweichen würde. „Sie können sich unter Umständen minimal verschieben, das hat aber keine Auswirkungen auf die Bahnfahrt“, so Henseler.