Konzertreihe in Bonn

Tango mit Romina Balestrino beim GA-Sommergarten

Romina Balestrino hat nichts gegen modernen Tango.

Romina Balestrino hat nichts gegen modernen Tango.

Bonn. Für die Argentinierin Romina Balestrino bedeutet Tango Bewegung. Die Sängerin will ihr Publikum beim nächsten GA-Sommergarten begeistern.

Der Tango liegt Romina Balestrino im Blut. Der Rhythmus, die Eleganz, die Energie. „Tango bedeutet Bewegung“, sagt sie. „Tango ist Poesie. Tango ist Leben.“ Ein Dreiklang, den die gebürtige Argentinierin am kommenden Sonntag auch auf dem Dach der Bundeskunsthalle betonen will.

Anlässlich der GA-Sommergarten-Konzerte kommt die Sängerin nach Bonn und wird jede Menge klassische Tangos im Gepäck haben, dazu Vals und Milongas, eben all die traditionellen Spielarten einer Musik, die die Menschen auf eine ganz besondere Weise berührt.

Wie eigentlich alle Argentinier ist Balestrino mit dem Tango groß geworden. Aníbal Troilo, Carlos Gardel, Juan d'Arienzo: Diese und andere Namen hat sie gewissermaßen schon mit der Muttermilch aufgesogen und die Klänge und Rhythmen gelebt.

„Meine erste professionelle Erfahrung hatte ich allerdings erst, als ich 20 Jahre alt war und als Sängerin ein Gitarrentrio begleitete“, sagt sie. Doch Balestrino interpretiert den Tango nicht nur, sie komponiert auch, und das mit Erfolg. 2007 hat sie in Madrid, wo sie inzwischen lebt, den zweiten Preis des Wettbewerbs „Jóvenes Creadores“ für zwei ihrer Stücke erhalten.

Auch ihr Album „Seremos Tango“ besteht teils aus eigenen Werken. „Die CD ist ein Spiegel meiner Persönlichkeit“, erklärt sie. „Ich bediene mich aber auch bei modernen Komponisten, in einem Fall sogar bei einer argentinischen Rockgruppe.“

Obwohl Romina Balestrino eher dem traditionellen Tango zugeneigt ist, gehört sie doch nicht zu jenen Puristen, die sich bis heute gegen die Modernisierungen seit Astor Piazollas Tango Nuevo wehren. „Der Tango reagiert auf das Leben“, erklärt sie. „Er ist nicht in 1900 stehen geblieben, sondern reflektiert die sozialen und wirtschaftlichen Umstände, in denen er gespielt wird.“

Zumal der Schmelztiegel Buenos Aires und eine immer globaler agierende Musikerschaft ohnehin nicht umhin kommt, neue Einflüsse aufzunehmen. Auch wenn vielleicht nicht jeder neue Stil überzeugt. „Es gibt schon einen sehr kommerziellen Tango“, gesteht Balestrino, „aber es gibt auch einen modernen Tango, der unglaublich viel Poesie besitzt“.

Dieses Verständnis bringt die Sängerin mit, wenn sie mit ihrer erfahrenen Band in die Bundesstadt kommt. „Ich habe das Privileg, mit exzellenten Musikern auftreten zu dürfen. Ich freue mich, mit ihnen in Bonn den Tango feiern zu können.“

Am Sonntag, 7. Juli spielt Romina Balestrino von 11.30 bis 14.30 Uhr drei Sets auf dem Dach der Bundeskunsthalle, in der Maxstraße. Der Eintritt zum GA-Sommergarten ist wie üblich frei.