Bus und Bahn fahren in kürzeren Abständen

Taktverdichtung im Bonner Nahverkehr beschlossen

Bonn. Der Planungsausschuss der Stadt Bonn hat am Mittwoch Verbesserungen zum Fahrplanwechsel 2019 beschlossen. Der Bund fördert den Ausbau des Nahverkehrs.

Zum Fahrplanwechsel im August kommenden Jahres will die Stadt das Angebot im öffentlichen Nahverkehr mit Taktverdichtungen bei Bussen und Bahnen und veränderten Linienführungen verbessern. Eine entsprechende Fortschreibung des Nahverkehrsplans hat der Planungsausschuss am Mittwochabend beschlossen. Das benötigte Geld, rund 18 Millionen Euro, stammt aus der Bundesförderung für das bis 2020 begrenzte Projekt „Lead City“.

Etwa den gleichen Betrag aus dem Fördertopf steckt die Stadt in das Klimaticket für Neukunden, ein 365 Euro teures Jahresticket, und andere Tarifangebote. Weitere zwei Millionen Euro in ein betriebliches Mobilitätsmanagement. Die Stadt selbst muss sich mit zwei Millionen Euro an der Umsetzung der Maßnahmen beteiligen. Konkret hat der Planungsausschuss unter anderem folgende Verbesserungen beschlossen, denen der Rat noch abschließend zustimmen muss:

Taktverdichtung auf Hauptlinien

Samstags sollen die städtischen Straßenbahnen 61 und 62, die Stadtbahnen 63 und 66 und die Buslinien 600 bis 615 zwischen 9.30 und 20.30 Uhr statt im 15- oder 30-Minutentakt (je nach Uhrzeit) im 10- oder 20-Minutentakt fahren. Sonn- und feiertags wird der Turnus ab 9.30 Uhr auf von 30/60 Minuten auf 15/30 Minuten erhöht. Davon verspricht sich die Stadt einen Anreiz für Bürger zu den Geschäftszeiten und in der Freizeit.

Buskonzept Bad Godesberg

Die Stadt will das Liniennetz in Bad Godesberg optimieren. Die Finanzierung läuft nicht über das Lead-City-Projekt. Geplant ist eine bessere Anbindung Schweinheims, eine direkte Buslinie von Mehlem und Rüngsdorf Richtung UN-Campus und Bonn-Zentrum und eine Taktverdichtung für die Busse von und nach Wachtberg.

Regionale Buslinien

Ein großes Potenzial sehen die städtischen Planer in ÖPNV-Umsteigern aus den umliegenden Städten Niederkassel, Troisdorf und Sankt Augustin: Deshalb ist bei den betreffenden Buslinien SB55, 550, 551 und 540/640 ebenfalls eine Taktverdichtung von montags bis samstags auf 20 Minuten und sonntags auf 30 Minuten angedacht. Die SB55 sowie die 550 sollen sogar zu Stoßzeiten im 10-Minutentakt verkehren. Eine dieser beiden Linien soll statt über Beuel ab Sommer 2019 über die Nordbrücke fahren, damit die Fahrgäste aus Niederkassel Arbeitsschwerpunkt im Bonner Norden schneller erreichen können.

Troisdorf bekommt eine Direktverbindung in die Bonner Innenstadt. Die Buslinien 520,537, 845, 855, 856 und 857, die aus dem linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis, nach Bonn fahren, verkehren derzeit oft nur einmal in der Stunde, manche nur alle zwei Stunden. Sie sollen von den Morgenstunden bis in den frühen Abend künftig alle halbe Stunde fahren. Die Busse der Linie 817 sollen von Bornheim über Roisdorf nach Bonn-Tannenbusch fahren, derzeit führt der Weg bis nach Hersel.

Die Stadt evaluiert die Ergebnisse des Lead-City-Projekts bis zum Herbst 2020. Die Analyse in Zusammenarbeit mit den Verkehrsbetrieben und einem unabhängigen Beratungsbüro soll genau beschreiben, welche Auswirkungen die zusätzlichen Angebote brachten.