Neue Souvenirs aus der Bundesstadt

T-Shirts mit bönnsche Tön

Das rote T-Shirt wird Ewald Mayer wohl verschenken. Hans Lennarz kann das schwarze aber direkt anziehen – es passt zu ihm.

Das rote T-Shirt wird Ewald Mayer wohl verschenken. Hans Lennarz kann das schwarze aber direkt anziehen – es passt zu ihm.

Bonn. Beethoven wird schon so seine Verständigungsschwierigkeiten gehabt haben, als er nach Wien ging“, denkt Hans Lennarz. Aber egal, ob wienerisch oder bönnsch: „Die Mundart ist schon etwas auf dem Rückzug“, sagt der Experte in Sachen lokaler Geschichte und Sprache. Um dem etwas entgegenzusetzen, gibt es nun Andenken mit echtem Bonner Platt.

Wie in vielen großen Städten sorge insbesondere der Zuzug vieler Neubürger dafür, dass immer weniger Dialekt gesprochen werde. „Außerdem haben Dialektsprecher auch nicht immer die beste soziale Reputation“, bedauerte der gebürtige Geislarer. Er wuchs „zweisprachig“ auf: Von seinem Geislarer Vater und der Mutter aus Vilich-Müldorf lernte der 81-Jährige, der heute in Schwarzrheindorf lebt, die hiesige Mundart genauso wie das Hochdeutsche.

Vielerorts gelte die Mundart noch immer als Sprache der ungebildeten oder armen Bevölkerungsschichten, so Lennarz, der seit 1999 ehrenamtlich das Heimatmuseum Beuel leitet. Anders als etwa in Köln gebe es in Bonn auch keine Institution wie die „Akademie för uns kölsche Sproch“, einer Stiftung, die sich der Erforschung und dem Erhalt des lokalen Idioms in der nördlichen Nachbarstadt widmet. „Etwas Vergleichbares können wir im Rahmen des Heimatvereins natürlich nicht auf die Beine stellen– dafür fehlen uns einfach die Mittel“, bedauert Lennarz.

Dennoch müssen sich die Besucher der Bundes- und UN-Stadt in Zukunft nicht mehr mit kölschen Andenken behelfen, wenn sie Menschen außerhalb des Rheinlandes stilecht grüßen wollen. „Wir wollten gerne etwas in echtem Bönnsch anbieten“, sagt Stefanie Willaredt zur Entstehung der neuen Andenken-Kollektion mit Sprüchen in der hiesigen Mundart. Beispiel: „Bonn – entweder et ränt, oder de Schranken sin zo“ oder „Ich hann Dich esu jäen wie Prummetaat“. Dies seien nur zwei von unzähligen Sprüchen, die als Gruß- und Postkarten, Sticker, Kühlschrankmagneten oder T-Shirts ab sofort in der Thalia-Buchhandlung am Markt zu haben sind, so die Filialleiterin.

Entwickelt worden ist die Idee in Zusammenarbeit mit dem schwäbischen Verlag „landauf.landab“. „Wir haben nicht zuletzt aus der benachbarten Domstadt Erfahrung mit solchen lokalen Produkten“, sagt Ewald Mayer. Angefangen habe aber alles im Ruhrpott. „Die Keimzelle waren Produkte, die wir im Rahmen der Kür von Essen zur Europäischen Kulturhauptstadt im Jahr 2010 entwickelt haben“, so der Vertreter des Verlags.

„Die Mundart ist die Sprache des Herzens“, findet Mayer. Um möglichst keine Fehler zu machen, konnte der „Sprüchemacher aus dem Pott“ Hans Lennarz als Experten gewinnen. Ein bönnsches Lieblingswort habe er zwar nicht, aber er liebe die lokale Sprachvariante sehr und freue sich, wenn er ein wenig dazu beitragen könne, dass so schöne Worte wie „knatschich“ oder „Prummetaat“ nicht in Vergessenheit geraten. „Und Bönnsch ist definitiv nicht gleich Kölsch“, weiß Linnarz.

„Das sehen wir zum Beispiel an Worten wie dem rheinischen Ausdruck für Stadtviertel. Das heißt ja auf Kölsch Veedel und hier in Bonn sagen wir Vierdel.“ Damit Touristen oder Immis den Durch- und Überblick behalten, können sie alle Begriffe im zweibändigen Bönnsch-Wörterbuch von Herbert Weffer nachschlagen, das wieder erhältlich ist.