Vereinsjubiläum

"Sun for Children" feiert zehnjähriges Bestehen

Einer der im Waisenhaus betreuten Jugendlichen wird zum Elektroniker ausgebildet. FOTO: SUN FÜR CHILDREN

Einer der im Waisenhaus betreuten Jugendlichen wird zum Elektroniker ausgebildet.

BONN. Thomas Kliesow hat einige sehr arbeitsreiche Wochen hinter sich. Der Verein "Sun for Children", dessen Vorsitzender ist, wurde von "startsocial" als Kandidat für eine lohnende Förderung ausgewählt.

Dazu gehörte auch ein Coaching, an dem der Vorstand teilgenommen hat. Ob "Sun for Children" den Zuschlag erhält, wird sich zeigen. Es wäre ein schönes Geschenk zum zehnjährigen Bestehen des Vereins.

Der Jahrestag der Gründung war bereits am 17. Dezember, aber gefeiert wird am 7. März. Eher habe man keine Räume finden können, sagt Kliesow, und außerdem wollte man sich erst einma um "startsocial" kümmern. Die Finanzspritze kann der Verein, der ein Heim für Waisenkinder in der Stadt Goma im Osten der Republik Kongo unterstützt, gut gebrauchen: Ziel ist es, ein Grundstück mit Haus in Goma zu kaufen.

Vereinsgründer ist Michel Sanya Mutambala, der in Goma aufwuchs und deshalb die Situation der Kinder kennt, die dort durch Bürgerkriege, Vulkanausbrüche oder andere dramatische Ereignisse ihre Eltern verloren haben. Die aktuell rund 130 Mitglieder schicken regelmäßig Geld an die Leitung des Hauses in Goma und fahren hin und wieder dorthin, um die Kinder zu besuchen, für die sie eine Patenschaft übernommen haben.

Die wohnen dort nicht nur, sondern gehen auch zur Schule und machen eine Ausbildung. Sie werden begleitet, bis sie ins Berufsleben einsteigen können. Dafür bekommen sie auch Kredite vom Verein, die sie aber zurückzahlen müssen.

"Wir wollen die Kinder stabilisieren, damit sie später auch etwas zurückgeben", sagt Vorstandsmitglied Dagmar Clos. In einer Gesellschaft, in der jeder erst mal an sich denke, wolle man die Solidarität untereinander fördern, so Mutambala.

Der Verein in Deutschland arbeitet mit einem Partnerverein in Goma zusammen. Die dortigen Mitglieder versuchen, auch Unterstützer vor Ort zu finden: Es gebe dort durchaus auch sehr wohlhabende Menschen. "Es ist aber schwierig, beide Seiten zusammenzubringen", meint Mutambala. "Das sind zwei Welten." Inzwischen hat man aber herausgefunden, dass es auch in Goma einen Lions Club gibt, und einen ersten Kontakt hergestellt. "Vielleicht ist das ein Weg", hofft Thomas Kliesow.

Der Verein feiert am 7. März seinen zehnten Geburtstag in der Apostelkirchengemeinde, Lievelingsweg 162 in Tannenbusch. Einlass ist ab 14 Uhr, im Lauf des Nachmittags gibt es musikalische Darbietungen, Kinderspiele, eine Tombola, ab 16 Uhr Kaffee und Kuchen, ab 17 Uhr eine Bilanz der Vereinsgeschichte und abends Musik, Tanz und nettes Beisammensein.

Infos zum Verein auf www.sunforchildren.de

Über "Startsocial"

"Startsocial" wurde 2003 gegründet und bietet "Hilfe für Helfer": Jährlich werden mehrere gemeinnützige Vereine in Deutschland ausgewählt, die mit einer Fördersumme von 5000 Euro unterstützt werden. Im Mittelpunkt steht aber der systematische Wissenstransfer aus der Wirtschaft und sozialen Organisationen in die soziale Projektarbeit hinein. Dafür erhalten die Vereine, die in die engere Auswahl für eine Förderung kommen, ein besonderes Coaching. Die Idee hatte der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder mit Vertretern großer und kleiner Unternehmen, die sich um den Aufbau der "Tafelbewegung" in Deutschland verdient gemacht hatten. Infos auf www.startsocial.de.