Fünf Millionen Euro für Beethovenhalle Bonn

Studio wird Kammermusiksaal

Bonn. Mit rund fünf Millionen Euro beteiligt sich die Sparkasse Köln-Bonn an der Sanierung der Beethovenhalle. Sparkassenvorstand Artur Grzesiek überreichte die Spende in Form eines symbolischen Schecks gestern Oberbürgermeister Ashok Sridharan und seinen Beigeordneten und Projektleiter Wolfgang Fuchs.

Mit dem Geld soll das Studio im Forum Süd der Beethovenhalle zum Kammermusiksaal und Probenraum für das Beethovenorchester umgebaut werden. In der vom Stadtrat beschlossenen Planungsvariante war diese Maßnahme aus finanziellen Gründen zurückgestellt worden.

Die Freude stand Sridharan und Fuchs förmlich auf ihren Gesichtern geschrieben, als Grzesiek und Sparkassensprecher Norbert Minwegen am Morgen das Dienstzimmer des OB im Stadthaus betraten, um medienwirksam den Scheck zu überreichen.

„Ich war schon sehr überrascht, als ich von dem Vorschlag des Vorstands erfuhr“, sagte Sridharan. Er sei froh, dass jetzt auch der sinnvolle Umbau des Studios doch noch zum Zuge kommen könne. Insgesamt sind dafür 5,7 Millionen Euro veranschlagt.

Der Verwaltungsrat der Sparkasse hatte in seiner jüngsten Sitzung auf Vorschlag des Vorstandes beschlossen, die ursprünglich zur Unterstützung für die Errichtung des Festspielhauses Beethoven vorgesehenen Mittel von insgesamt fünf Millionen Euro für den Ausbau des Studios der Beethovenhalle zur Verfügung zustellen, berichtete Grzesiek. „Ich freue mich sehr, dass die Sparkasse nun auf diesem Wege einen substanziellen Beitrag zum Beethovenjahr 2020 leisten kann“. Die Stadt Bonn müsse ihr Beethoven-Erbe nicht nur bewahren, sondern auch weiterentwickeln. „Das ist eine Aufgabe, die die Anstrengung aller erfordert.“

Die Jamaika-Koaltion aus CDU, Grünen und FDP bezeichnete die Spende als „Quantensprung“ für die Arbeit des Beethovenorchesters. Die Koalition kündigte an, auf der Ratssitzung am 25. Februar die notwendigen Beschlüsse zu fassen, um den Umbau des Studios zügig zu realisieren.

„Die Spende der Sparkasse beschämt diejenigen aus Wirtschaft, Politik und Bürgerschaft, die sich nach dem Aus für das Festspielhaus in einer Schmollecke eingerichtet und ein Engagement für die Beethovenhalle verweigert haben“, sagte Jürgen Repschläger von der Linksfraktion, die sich wie die Grünen stets gegen den Bau eines Festspielhauses und für die Sanierung der Beethovenhalle ausgesprochen haben.

Laut Ratsbeschluss soll die Beethovenhalle für rund 50 Millionen Euro saniert werden. Die Stadt hatte eine Grundsanierung in Höhe von 39 Millionen Euro vorgeschlagen. Die Mehrkosten entstehen, weil die Politik auch auf die Entkernung der Untergeschosses samt Optimierung der dortigen Räume sowie einen Anbau für die Haustechnik besteht. Die Sanierung soll nach Abschluss des Beethovenfestes im Herbst beginnen, die Beethovenhalle bleibt dann zwei Jahre lang geschlossen.

Ob weitere Wünsche erfüllt werden können, die aus Kostengründen aber nicht in der Planung enthaltenen sind, wie ein unterirdisches Foyers für das Studio oder die Neugestaltung der Außenanlage, hängt davon ab, wie viele weitere Spenden die Stadt für die Beethovenhalle erhalten wird.

Der Verein ProBeethovenhalle hat dafür ein Spendenkonto bei der Volksbank Bonn eingerichtet (Iban: DE 44 3806 01862003 54 10 13)